CHRISTIAN MARZY
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Christian Marzy News

Log - Indonesien:

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AUSTRALIEN
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Travel

Christian Marzy Log China
Jakarta nervt
2009.03.11
Im Landeanflug schweben wir über überflutete braune Inseln, von welchen nur noch Baumwipfel und Hausdächer zu sehen sind. Im Wasser schwimmen bis zum Horizont unzählige Holzkäfige. Wir berühren die Erde südlich des Äquators in der Hauptstadt von Indonesien - Jakarta.

Bei der Einreise haben wir Probleme ein Visum zu bekommen, da wir keine 20 Euro Bargeld pro Person dabei haben. Geldautomaten gibt es erst hinter den Einreiseschaltern und Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Wie schon in Malaysien gibt es kaum Westler und auch niemanden, der das gleiche Problem hat wie wir. Nach mehrmaligem hin und herlaufen dürfen wir dann, nachdem wir unsere Reisepässe hinterlegt haben, einfach so ins Land um Geld abzuheben.

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Das beschissene Klo
Wir suchen den günstigen Bus in die Stadt, aber da nur Taxen ausgeschildert sind, finden wir ihn natürlich nicht. Nach einiger Zeit winken wir dann einfach einen Busfahrer von der Strasse, welcher uns zur Station bringt. Natürlich steigen hier auch wieder nur Locals zu, aber die Fahrt ist mit etwas mehr als einem Euro nur ein Bruchteil so teuer wie ein Taxi. Wir werden an der Station Gambir rausgeworfen und irren zu Fuss ein bisschen weiter zur Jalan Jaksa Road. Die verschiedenen Hotelräume die wir sehen sind eigentlich nicht teuer, aber der Umrechnungskurs von 15.000 Rupiahs für einen Euro lässt alles so teuer klingen. Also checken wir für drei Euro in einen runtergekommenen Raum im Kresna Hostel ein. Die Matratze ist steinhart und so widerlich, dass selbst Jenny ihre Thermarest Matte ausbreitet. Die Kissen schmeissen wir beide in die Ecke auf den Boden. Als wir das erste mal aufs Klo müssen, entdecken wir mit Schrecken das widerlichtste Bad auf unserer ganzen Reise. Um das schwarze Loch schwirren Fliegen und man traut sich einfach nicht einmal den Wasserhahn anzufassen. 'Ich weiss nicht was schlimmer ist. Im Squatklo in der Pisse auszurutschen oder ein bisschen Kontakt mit dieser Klobrille zu haben. Ich hab jetzt auch nicht abgespült, das bringt eh nichts.' Es ist so ätzend, dass wir beschliessen in ein Restaurant zu gehen um ein Klo zu benutzen.

Immerhin gibts im Memories Cafe ausser dem Klo auch Salat, geile indonesische Nudeln mit Gemüse, Krupuk und Ei. Gechillt trinken wir leckeres Bintang Bier, welches sich saufen lässt wie Wasser. Die Indonesier mit denen wir reden sind alle sehr nett und viel sympathischer als die Malayen, die wir getroffen hatten. Gescheit besoffen trauen wir uns sogar in das eklige Bett.

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Aussicht aus dem Zug
2009.03.12
Wir fahren mit einer Bahn, in welcher die Türen sich nicht schliessen und bewundern die Locals, welche so nah am Ausgang stehen, dass wir befürchten gleich einen rausfallen zu sehen. Wir suchen uns einen sicheren Platz in der Mitte des Wagons und bewundern die tolle Aussicht aus den 'Türen'. Ein richtiges Erlebnis und den Fahrpreis von 6 Eurocent locker wert.

Am Jakarta Kota Hauptbahnhof ist Endstation und typisch stressig schieben wir uns durch die Menschenmassen. Wir wollen nach Ancol (einen Waterpark) und suchen den Bus 64/65, der uns laut Planet ans Ziel bringen soll, doch nach ein paar gefährlichen Strassenüberquerungen und unverständlichen Hilfen von Locals müssen wir doch mit den Bemofahrern, welche sich wie die Geier auf uns stürzen, verhandeln. Entnervt einigen wir uns auf 20.000 Rupiahs (etwas mehr als einen Euro) und steigen in das klapprige Gefährt ein.

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Ein Bemo in aktion
Bemo bedeutet wohl beschissenes Moto, denn es fährt auf drei Gokartreifen, hat einen Reiskocher als Motor und besteht nur aus einem Blechdach. Die Lenkstange wir mit Klebeband an ihrem Platz gehalten und die Sitzbank lässt einen mit dem Arsch ins Schlagloch fallen. Jakarta ist eine Stadt mit korrupten Beamten und daher sieht man an jeder Ecke die Ergebnisse des Geldmangels. Waterworld ist wohl das Ergebnis einer nicht ausgebauten Kanalisation, denn wir kommen auf eine Strasse, die komplett überflutet ist. Unser Fahrer fährt natürlich trotzdem durch und bleibt mit einer der drei Räder in einem unsichtbaren Loch unter der Wasseroberfläche stecken. Mit einem lauten Rumms kommen wir zum stehen. War ja eigentlich klar. Aber es hilft ja nicht, also steigen wir aus und ich helfe dem Fahrer sein federleichtes Bemo aus dem Wasser zu heben.
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Der beschissenste Strand Asiens
Tatsächlich kommen wir in Ancol an und müssen je einen Euro zahlen um überhaupt mit dem Bemo reinfahren zu dürfen. Wir steigen aus, aber finden uns ohne Karte nicht zurecht. Laut Planet soll hier eine indonesische Version von Disneyland stehen aber alles was wir erkennen können, sind unzählige Kopftücher, die nach ihren Kindern schauen, welche einen schwarzen Strand mit öligem Wasser überfüllen. Wir verlaufen uns zwischen Entertainern, Restaurants und Menschenmassen und finden niemanden, der gut genug Englisch spricht und uns weiterhelfen könnte.

Also fahren wir mit einer Seilbahn, um uns einen Überblick zu verschaffen. Von oben können wir dann tatsächlich eine Korkenzieherachterbahn, Kettenkarrusell, Wildwasserbahn, Zoo und den gesuchen Wasserpark ausfindig machen. Wir zahlen drei Euro für den Atlantlis Wasserpark, welcher erstaunlich gross und schön gestaltet ist. Da wir im ätzenden Hostel ja nicht duschen konnten, freuen wir uns sehr über die vielen grossen Schwimmbecken. Jenny ist die einzige Frau im Bikini, manche Frauen schwimmen sogar mit Kopftuch. Die Kinderbecken im Eingangsbereich sind überfüllt, aber dafür haben wir die restlichen Becken und Rutschen fast für uns alleine. Die Rutschen sind nicht so spektakulär wie im Dam Sen Wasserpark in Saigon, doch dafür um so schöner in die Atlantiskulisse integriert.

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Kurzer Aufenthalt in Bantung
2009.03.13
Freitag der dreizehnte. Wir lassen Jakarta hinter uns und fahren für drei Euro in einem Zug erster Klasse. Der grosse Unterschied ist, dass sich die Türen schliessen und es dafür eine Klimaanlage, sowie einen Plasmafernseher gibt. In kleinen Dörfern werfen mutige Kinder Steine an die Fenster des Zuges. Viele Fenster haben Risse. Doch die Aussicht ist trotzdem interessant. Der Zug gleitet auf Brücken über grüne terassenartige Täler die sich bis zum Horizont erstrecken
.

Mit gemütlicher Verspätung kommen wir in Bantung an. Einer weiteren Grossstadt die wir schnell hinter uns lassen wollen. Es fällt uns immer noch schwer den Indonesiern zu vertrauen obwohl wir bis jetzt nur gute Erfahrungen mit ihnen hatten. Wir fragen rum, vergleichen Preise, klettern durch Züge um auf die andere Seite des Bahnhofs zu kommen und vertrauen schliesslich einem Mann der uns zum Hotel Ambiri führt um dort die weiterfahrt in einem Minibus für uns zu organisieren. Wir wollen nach Parandarang ans Meer und warten geduldig bis der verspätete Minibus eintrifft.

Wir steigen ein, doch statt aus der Stadt rauszufahren sammeln wir noch stundenlang Fahrgäste an den verschiedensten Orten ein bis die vier Reihen mit 14 Personen und zahlreichen Kakerlaken gefüllt sind. Ausser uns nur Asiaten. So beginnt die lange Fahrt durchs endlose dunkel. Schlafen kann niemand denn die Schlaglöcher schütteln den Bus heftig durch. Der Mond scheint und hinter den Fenstern erahnen wir schöne Landschaft aber können kaum etws erkennen. Kurz nach Mitternacht und kurz vorm Ziel steigt ein Guide in den Bus und erklärt uns zwei Westlern wo wir sind und führt uns zu durch schwach beleuchtete Strassen in ein Hotel. Für 300km sind wir wiedermal 13 Stunden unterwegs gewesen. Wir sind zu müde um was anderes zu suchen und checken in das Zimmer ein.

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Parandarang vorm Hotel
2009.03.14
Wir schlafen so lange dass wir das Frühstück verpassen. Allerdings wurde uns heisses Wasser für Tee und Kaffe auf unsere Veranda im ersten Stock gestellt. Wir sehen unser Hotel zum erstenmal bei Tageslicht und entdecken einen Fernseher, ein Bad mit kalter Dusche und ein Klo ohne Spülung. Ein netter Tourguide besucht uns auf unserer Veranda und stellt sich als Gaspo vor. Er zeigt uns Fotos und bietet uns seine Tour an ohne aufdringlich zu werden. Endlich einer der es verstanden hat.

Beim Frühstück im Only One Restoran lernen wir Bowo kennen. Einen jungen Local der 60 seiner 62 Dreads an Weihnachten abgeschnitten und an Touristen verschenkt hat. Die Indonesier sind alle sehr sympathisch und wir versuchen langsam ein bisschen vertrauen auf zu bauen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Asiaten sind sie nicht so aufdringlich und akzeptieren ein einfaches 'no thanks'.

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Boote werden an Land gezogen
An der Strasse am matschigen meer reihen sich Verkaufsstände und WCs dicht aneinander. Nur eben weit und breit keine Touristen die etwas kaufen. Die Wellen sind extrem hoch und schlagen in den schwarzen Sand welcher traurigerweise mit Müll verdreckt ist. Es gibt nur wenig Schatten und immer wieder legen wir pausen unter Palmen ein.

Die Strasse endet in einer Treppe - Dem Eingang zum Nationalpark. Wir zahlen zusammen nichtmal einen Euro und laufen mit unseren Wertsachen fest umklammert an den diebischen Affen vorbei. Doch hier sind die Affen friedlicher als bei den Batu Caves. Die steinigen Wege führen uns durch einen schattigen Wald und eine durch die Ebbe trockene Bucht bevor wir am White sand beach ankommen. Leider können wir durch die vielen scharfen Korallen  nicht schwimmen. Locals warnen uns erneut davor Gegenstände am Strand liegen zu lassen da sie sonst von den Affen geklaut werden.

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Affe trinkt aus Tetrapak
Zurück im Nationalpark grasen Hirsche und Rehe neben dem Müll der Touristen während ein Affe geschickt den Strohhalm aus einem Tetrapack herauszieht, die Packung aufbeisst und die Flüssigkeit in seinen Mund laufen lässt. Es soll noch einen Wasserfall geben bei welchem man schwimmen kann doch ohne Guide fühlen wir uns ein bisschen verloren auf den Dschungelpfaden.

Ein Rickschafahrer bringt uns zurück zum Strand beim Hotel und ich lasse mir von Bowo meine kaputten Dreads reparieren während wir den Sonnenuntergang bestaunen. Beim Abendessen probieren wir indonesische Snacks wie Tempe (fritiertes Chicken mit Soyabohnen) und leckere Perkedel (fritierte zerstampfte Kartoffeln mit leckeren Gewürzen und Gemüse), Bala Bala (fritiertes Chicken mit Chili in der Mitte). Später am abend saufen wir noch Arak (reiswein mit sprite) aus Pitchern mit Gaspo, Bowo und den anderen undursichtigen Locals. Bevor wir betrunkene Opfer werden werfen wir 50.000 Rupiahs (3 Euro) auf den Tisch und verlassen die Runde.

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Profi Surfer ;)
2009.03.15
Wir hatten heute Nacht endlich wieder Deet und moskitofreien Schlaf. Am Strand leihe ich mir ein Boogie-Board uns surfe zum ersten mal im leben auf ein paar Wellen. In 30 Minuten schaffe ich es zweimal mich von einer der hohen Wellen richtung Strand tragen zu lassen.

Ein alter deutscher Mann setzt sich nach dem Abendessen zu uns an den Tisch und erzählt uns von seinem leben. Er hat schon ein paar Bier zu viel und übertreibt ein bisschen aber dennoch vermittelt er ein gutes Bild von der jetzigen Situationen in Indonesien. Vor 25 Jahren ist er als Doktor der Weltgesundheitsorganisation nach Parandarang gezogen und hat hier eine indonesische Frau geheiratet. Natürlich ist seitdem alles schlechter geworden.

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Beach Life
Seit dem Tsunami werden die ungebildeten Locals mit schuldzuweisenden Lügen zu islamisten konvertiert und deren Gebete beschallen nun mitten in der Nacht über 5000 Watt Boxen den ganzen Ort. Das kennen wir schon aus Jakarta wo wir um 5 uhr morgens aus dem Schlaf gerissen worden sind. Mosheen wachsen im laufe der Jahre aus dem Boden und zwei islamistische Bombenanschläge töten hunderte von Touristen in Bali. Obwohl es die Westler treffen sollte sterben hauptsächlich Australier. Eine Visagebühr wird eingeführt und sogar bei der Einreise in den kleinen Ort parandarang muss eine Touristensteuer entrichtet werden. Wir sehen wie sich in den Mosheen Gläubige bei den gebeten prügeln und schenken dem alten Mann ein bisschen Glauben.

Als die islamistischen Prediger seinen dreijährigen Sohn beschneiden wollen und nicht akzeptieren wollen dass der Sohn den Koran nicht in der Moshee lesen wird kommt es zu einem Streit. Auch wir haben im Zug nach Bandung laute religiöse Zeichentricksendungen anschauen müssen in den der Islam in Liedern und Situationen gepriesen wird. Gehirnwäsche pur. Nachdem der alte deutsche versucht hat sich gegen die Manipulation zu wehren wurde im gedroht sein Haus abzubrennen. Früher sei er kein Rassist gewesen, heute schon.

Im weiteren Verlauf erzählt er Geschichten von befreundeten Polizeichefs welche Alkohol und Drogen konfeszieren nur um sie dann wieder zu verkaufen oder ihren Vorgesetzen anzubieten. Geld für überteuerte Aufenthaltsgenehmigungen wandert in die Socken von Beamten. Das seien alles Probleme die Touristen auf der Durchreise nicht mitbekommen. Dennoch lässt mich der Gedanke dass sich hier eine anti-westliche Religion aufbaut, durch welche schon hunderte Touristen ihren Tod gefunden haben, nicht einschlafen.

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Gruselige Marionetten
2009.03.16
Doch am nächsten Morgen ist alles wieder super. Die Sonne scheint vom blauen Himmel. Wir treffen Gaspo und Bowo, welche ihre 'eigenen' Roller starten, indem sie ein Messer ins ausgebohrte Zündschloss stecken. Wir haben eine Tour mit den beiden gebucht und so bringen sie uns natürlich ohne Helme auf ihren Rollern an etlichen Palmen  und Sandstränden vorbei. An der Küste gibt es einen kleinen Flugplatz, von welchem aus eine kleine Maschine direkt nach Jakarta fliegt. Einfach so in die Wiese gebaut. Es gibt nicht einmal ein Häusschen.

Doch sie bringen uns weiter über die holprigen Strassen, bis wir am staubigen Wegesrand hohe Berge von Kokosnüssen sehen. Hier verlassen wir die geteerte Strasse und fahren über kleinde Pfade zwischen Häusern und Palmen in ein kleines Dorf aus 100 Familien, welches nur mit dem Roller befahrbar ist. Wir bekommen gezeigt, wie aus den Blumen der Kokosnussbäumen (Palmen) Nektar heraustropft und ich darf sogar auf einen Baum klettern. Mit einer Axt wurden Stufen in den Stamm geschlagen und so ist es einfach hinaufzusteigen. Der Nektar wird ein paar Stunden gekocht und wird zu Sirup. Das Karamelsirup wird zu braunem Zucker und getrocknet und kiloweise verkauft.

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Bowo klettert auf den Baum
Auf dem Boden trocknet Reis. Wir haben uns immer gefragt wie Reis wohl verarbeitet wird und unsere Guides erklären es uns. Mit geduckten Köpfen fahren wir weiter durch das Dorf, um nicht an Wäscheleinen oder Ästen hängenzubleiben. In einer Baumgruppe entdecken wir drei handtellergrosse gelb-schwarze Spinnen. Der nächste Halt im gleichen Dorf ist bei den Puppetmaker. Aus schnell wachsendem, leichten Holz werden detailreiche Puppen geschnitzt. Diese sind beweglich und werden dann noch eingekleidet. 10 Leute sind etwa eine Woche beschäftigt um eine Puppe herzustellen. 500.000 Rupiahs ist der Preis um eine mit zu nehmen. Wir bekommen noch eine kurze Vorstellung, bei welcher wir die Fingerfertigkeit des Spielers bestaunen. Er kann seine Stimme gut verstellen und lässt seine Puppen sogar kleine Kampftricks ausführen.

In den kleinen Dörfern die wir durchqueren, flattern hunderte von bunten Fahnen, welche für die bevorstehende Wahl werben. Die Sonne brennt vom Himmel, doch der Fahrtwind kühlt unsere Körper. Auf Reisfeldern arbeiten die Farmer an der Ernte. Ein Knochenjob in der Hitze.

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Fahrt durch den Green Canyon
Ein grüner Fluss führt neben der Strasse entlang. Palmen erstrecken sich am Ufer. Wir sind am Green Canyon. Wir halten auf einem riesigen Busparkplatz, doch kein Bus ist in Sicht. Gaspo bleibt an Land und Bowo führt uns in ein kleines Boot, in welchem wir die einzigsten Touristen sind. Wir haben Glück in der Dry Season zu sein, denn in der Wet Season sei das Wasser ganz braun. Doch Bowo entdeckt in dem grünen klaren Fluss sogar eine Wasserschlange. Das Boot tuckert stromaufwärts zwischen steinigen Schluchten und grüner Natur. Irgendwann mündet der Fluss in eine Sackgasse und wir müssen barfuss auf glitschige Felsen klettern. Von dort aus schwimmen wir durch klares, smaragdgrünes Wasser in eine Höhle. Lichtstrahlen und Wasserströme fallen von oben in die Höhle hinein. Wir schwimmen gegen den Strom durch die bizarre Umgebung und machen immer wieder Pause auf Felsen, die aus dem Wasser schauen. Als es kaum noch weitergeht, gehen wir an einer schmalen rutschigen Felswand entlang, während Wasser auf uns herunterplätschert. Zurück im Wasser packt mich die starke Strömung. Ich klammere mich an einen Felsen, doch komme gegen die gewaltige Kraft nicht an. Schliesslich lasse ich den Fels los und werde weggespült. Ich versuche mit dem Kopf über Wasser zu bleiben und mich nicht an der Felswand aufzuschneiden. Die Strömung bringt mich zum Boot, ich gewinne wieder die Kontrolle und kletter zurück an die Anlegestelle.
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Wir schwimmen in die Höhle
Nachdem Jenny und ich nicht mehr zittern, bringen uns Gaspo und Bowo auf ihren Rollern zum Lunch am Strand. Die Wellen wären perfekt für eine Surfstunde mit Lehrer, doch durch die langen Rollerfahrten befürchten wir eh schon einen Sonnenbrand. Jenny relaxt, ich schnappe mir ein Boogie Board und versuche von den anderen Surfern zu lernen, wann die richtige Welle kommt. Erfolglos. 30 Minuten später wollen wir weiter.

Auf dem Rückweg besichtigen wir noch eine Brücke, welche komplett aus Bambus besteht und unter den Reifen der Roller nachgibt. An den Strassenseiten wächst Teakholz und Bowo zereibt hinter Jennys Rücken grüne Blätter. Seine Hände färben sich blutrot ein und er klatscht Jenny damit hinterrücks aufs Bein. 'Moskito' schreit er und Jenny sieht nur einen grossen roten Abdruck an ihrem Bein. Guter Trick =)

Zu guter letzt zeigen uns die beiden noch eine Fabrik (ein paar Häuschen), in welcher das Teakholz verarbeitet wird. Doch uns brennt die Haut und schmerzt der Hintern, also fahren wir ohne weitere Umwege wieder heim. Alles in allem war die Tour zum Green Canyon eine der besten Tours auf unserer Reise, was aber auch an unseren beiden Guides lag.

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Grünes Indonesien
2009.03.17
Ein typischer, dreckiger, beschissener Reisetag. Wir steigen gegenüber vom Hostel in den Minibus, der schlauerweise in der Sonne geparkt war. Die frischen Klamotten sind sofort mit Schweiss getränkt und wir tropfen, bevor wir die anderen Touris von ihren Hotels eingesammelt haben. Immerhin haben wir einen lustigen Fahrer, der uns an landschaftlich interessanten Orten rauslässt, um Fotos zu machen. Es gibt mehr Schlaglöcher als Strasse, also fahren wir in Schlangenlinien von einem Loch zum anderen
.

Auf einer der engen Strassen läuft eine kleine Menschentraube. Vier Leute tragen einen Sarg auf den Schultern. Ich lerne, dass in den verschiedenen Religionen unterschiedlich lang gewartet wird, bis ein Verstorbener begraben wird. Doch laut Busfahrer ist dieser Muslim erst heute gestorben.

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Eine der vielen Galerien
Wir steigen vom Saunabus in einen schäbigen Zug und ich geniesse es, während der Fahrt aus der offenen Tür zu schauen und meinen Schweiss im Fahrtwind trocknen zu können. Landschaftlich nicht so schön wie zwischen Jakarta und Bandung, aber trotzdem ganz nett. Der Zug hält in Yogjakarta oder kurz Jogja. Wir kämpfen uns durch die Wellen von Taxifahrern und versuchen den Weg ins Touriviertel zu laufen. Doch rausgerissene und auf den Boden gelegte Strassenschilder lassen uns in die falsche Richtung gehen. Zu guter letzt lassen wir uns doch von einem Rikschafahrer um zwei Ecken nach Sosrowijayan kutschieren.

Das Viertel besteht hauptsächlich aus Hostels und Restaurants. Es hat seinen eigenen indonesischen Stil und ist bis auf die landenden Flugzeuge auch echt ruhig. Schade, dass wir nur kurz bleiben, um einen Tempel 40 km ausserhalb zu besichtigen.

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Morgens vorm Vulkan
2009.03.18
04:30. Der Wecker klingelt. Wir torkeln in den Minivan und fahren durch die Dunkelheit. Es steigen noch andere Westler zu, doch wir kommen auf den leeren Strassen schnell voran. Plötzlich ist die Strasse von Menschenmassen versperrt und der Tourguide erklärt, dass wir durch einen Cake Market fahren. Hier wird von zwei Uhr morgens bis sieben Kuchen gebacken und verkauft. Zum Weiterverkauf natürlich.

Der Himmel färbt sich langsam rot und am Horizont wird eine qualmender Berg sichtbar. 2006 ist der Vulkan zum letzten mal ausgebrochen und hat 66 Menschenleben gefordert. Die Lava schmilzt mit 90km/h und etwa tausend Grad Celsius alles in ihrem Weg, während die Asche die mit dreihundert Grad vom Himmel fällt den Rest verbrennt. Doch jetzt ist der Anblick einfach nur friedlich. Der Tempel Borobudur wurde nach seinem Bau unter Asche begraben und wurde erst lange später wiederentdeckt.

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Borobudur ist sehenswert
Die Sonne ist schon sichtbar, aber wir müssen noch bis etwa sechs Uhr warten, bis der Eingang geöffnet wird. Jenny zahlt mit ihrem gefälschten Studentenausweis 7 statt 5 Euro und wir dürfen alle durch den VIP Eingang rein. Eine grosse schön angelegte Parkanlage erstreckt sich vor uns, doch wir hetzen mit unseren Kameras Richtung Tempel. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir ständig auf der Suche nach einem schönen Platz für ein Foto sind. Aber selbst auf unseren kleinen Displays sieht der schwarze Tempel mit dem qualmenden Vulkan vor dem Sonnenaufgang einfach super aus.

Statt den erwarteten Touristenherden sind nur etwa zehn Menschen auf dem Tempel und so können wir in Ruhe schöne Aufnahmen machen. Der Tempel besteht aus vier quadratischen Etagen, welche nach oben hin schmaler werden. Die einzelnen Etagen sind nur aussen begehbar. An den Wänden befinden sich etliche Steinbilder mit verschiedenen Szenen. Auf der obersten Etage tronen etliche Steinglocken mit Figuren darin. Die Aussicht über den in Nebelschwaden gehüllten Park bis zu den Bergen am Horizont ist einzigartig.

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Die Leute sind offen und klein =)
Nach etwa einer halben Stunde kommt eine Schulklasse mit ihrem Englischlehrer und ich halte sie für Kinder. Doch sie sprechen so gut Englisch, dass wir nach dem Alter fragen und sind erstaunt zu hören, dass sie etwa 17 Jahre alt sind. Kleine Menschen hier in Asien. Interessiert löchern sie uns mit Fragen über unsere Herkunft und Gewohnheiten. Wir machen noch ein Gruppenfoto, doch schon kommt die nächste kleine Herde und wir verziehen uns schnell richtung Park.

Nachdem wir endlich den Ausgang gefunden haben, gibt es ein kleines labbriges Frühstück und wir fahren gegen acht weiter zu einem kleineren Tempel in der Nähe. Besonders beeindruckend ist er nicht und dient wohl eher als weiteres Lager für Händler, die einem sinnlose Souveniers andrehen wollen. Insgesamt hat Borubudur einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Der Sonnenaufgang war durch die Landschaft sogar spektakulärer als der in Angkor Wat (Kambodscha). Dennoch hat Angkor Wat eben dutzende Tempel dieser Kategorie zu bieten und bleibt daher unangefochten. Aber wer sowieso auf der Durchreise ist, sollte auf jeden Fall die Chance ergreifen und Borobudur anschauen.

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Noch so ein Tempel
Der nächste Stop der Tour ist die Besichtigung einer Silberverarbeitung, doch wir setzen uns desinteressiert auf eine Veranda. Auf der Rückfahrt schlafen alle Touris im Bus gegen neun Uhr ein. Nur ich schaue mal wieder aus dem Fenster und lasse die Landschaft vorbeiziehen. Um zehn sind wir zurück im Hostelzimmer. Doch plötzlich ist von der Müdigkeit nichts mehr zu spüren und wir lassen uns von einer Rikscha zum Palast fahren - Kraton.

Wie schon öfters bemerkbar sind in Indonesien bald Wahlen. Auf dem Vorplatz zum Palast ist die Hölle los. Riesige Menschenmassen stehen vor einer Bühne und schwenken Fahnen. Wir wurden davor gewarnt bei politischen Aktivitäten als Weisse nicht im Weg rumzustehen und überlegen schon uns zurückfahren zu lassen. Doch plötzlich steht ein freundlicher Mann vor uns und behauptet dass hier 34 Parteien Wahlwerbung machen aber im Moment für Frieden geworben wird. Wir haben nichts zu befürchten!

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Das sind lange Dreads
Sogleich stellt er sich als Tourismusbeamter vor, läuft vor uns her und führt uns mitten durchs Getümmel. Ich umklammere Kamera und Geldbeutel. Er erzählt uns so einiges Interessantes und zeigt uns den von Menschen verborgenen Eingang. Ohne etwas weiteres von uns zu wollen, verabschiedet er sich freundlich. Tatsächlich weder Abzocke noch Verkaufsgespräch. Wir glauben es kaum.

Trotz allem überzeugt uns der äussere Anblick des Palastes nicht, Eintritt zu zahlen und so machen wir uns auf den Weg zum Water Palace. Wieder werden wir alle paar Meter von Leuten angesprochen doch ignorieren diese gekonnt. Manche verfolgen uns und wir bleiben kurz stehen um die Karte zu lesen und die suspekten Verfolger weiterlaufen zu lassen. Doch direkt werden wir von anderen Indonesiern angesprochen, die fragen wo wir denn hinwollen. Normalerweise ignorieren wir sie einfach, doch einer will uns unbedingt den Weg zeigen.

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In den Palastruinen
Angeblich hat auch er eine ehrenhafte Arbeit im Palast und der Water Palace läge sowieso auf seinem Feierabendweg nach Hause. Wir betonen, dass wir keinen Guide brauchen, doch er meint nur, dass er kein Geld wolle und das freiwillig mache. Wir vertrauen ihm zwar nicht und fühlen uns in verlassenen Gassen schutzlos ausgeliefert, doch er bringt uns tatsächlich heil zum Eingang des Water Palace. Er führt uns mit interessanten Informationen durch die zerfallenen Ruinen eines Schwimmbad und Saunenkomplexes eines ehemaligen Sultans. Das Wasser ist leider seit langem abgestellt aber dennoch geben die Ruinen einen interessanten Eindruck davon, wie gut es dem Sultan mit seinen Becken für die verschiedenen Frauen doch ging.

Unser freundlicher Guide führt uns weiter durch enge Gassen in Wohngebieten bis zu seinem Haus. Er will uns noch Batik andrehen, doch wir werden ihn glücklicherweise los. Hinter den grünen Wasserbecken befinden sich noch die zerfallenen Mauern des Palastes und wir klettern durch die Ruinen.

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Wir lassen uns fahren
2009.03.19
Um neun fahren wir mit dem Minibus von Jogja nach Bromo. Die langweilige Fahrt dauert 11 Stunden. Irgendwann kommen wir in Probolino an und bekommen anhand einer verständlichen Karte verschiedene Routen zum Vulkan Bromo erklärt. Danach kämpft sich unser Minibus steile, schmale Bergstrassen hoch. Die Temperatur sinkt spürbar. Es ist arschkalt. Wir werden in ein schönes Hotelzimmer verfrachtet, verhandeln um einen Jeep mit Fahrer, einigen uns auf 80.000 Rupiahs (6 Euro p.P.) und essen zu Abend.
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Bromo ist der Hammer
2009.03.20
Die Nacht ist kurz und wir werden um 03:30 aus dem Bett geklopft. Müde stolpern wir durch die Dunkelheit in einen Jeep und werden sogleich von Adrenalinschüben auf den Bergstrassen geweckt. Die Strasse ist einer Werbung für Offroadfahrzeuge entsprungen und so brettern wir durch Flussbette, über Geröll, durch Sand und extreme Steigungen hinauf. Ich bin beeindruckt von den Möglichkeiten, die ein solches Fahrzeug bietet. Doch nach einiger Zeit taucht im Scheinwerferlicht ein am Hang liegengebliebener Jeep vor uns auf
.

Wir halten an und die Fahrer werkeln beide unter der offenen dunklen Motorhaube herum. Nach fünf Minuten gemeinsamen Zuschauen, packe ich meine Taschenlampe und leuchte den Beiden. Ein wenig Gefummel und der andere Jeep läuft wieder. Mittlerweile haben sich ein Dutzend weiterer Jeeps, vollbeladen mit Touristen, an uns vorbeigedrängelt.

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Durch die Wüste
Gegen fünf Uhr kommen wir am Sunrise Viewpoint an. Es ist immer noch stockdunkel. Die Hecktür öffnet sich und schon strecken uns indonesische Arme warme Decken entgegen. Vor 12 Stunden war es noch 28 Grad wärmer. Doch oben auf dem Gipfel ist es nur knapp über dem Gefrierpunkt. Viele Menschen tummeln sich schon am Geländer und versuchen mit ihren Blitzen den ganzen Berg zu belichten. Trotz einer einsamen grossen Wolke ist der Sonnenaufgang beeindruckend. Hinter der Wolke strahlt Morgenröte hinter einem qualmenden Berg hervor, über ein grünes Tal, eine steile Klippe herunter auf ein perfekt flaches Feld bis hin zum  grauen Mount Bromo. Ich nehme die Aussicht jetzt schon in die Liste meiner persönlichen Highlights auf. Unglaublich.

Doch es geht noch weiter mit dem Jeep auf das flache Feld, welches zwischen den vielen Bergen einfach nur bizarr wirkt. Dort hat jemand einen Pferdetempel errichtet, als ob die Natur nicht schon unrealistisch genug wäre. Herr der Ringe lässt grüssen. Wir entscheiden uns den restlichen Aufstieg zum Mount Bromo zu Fuss, statt auf dem Rücken eines Pferdes, zurückzulegen und wandern durch eine Aschewüste zu dem grauen Mondkrater.

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Ein Pferd auf dem Mond
Ein steiler Weg, welcher wohl mal ein ehemaliger Lavafluss gewesen sein muss, führt uns auf den Vulkan hinauf. Die Temperatur steigt schnell an und ich ziehe meine zwei Pullover aus. Eine Holländerin aus unserem Jeep verträgt die Anstrengung in der Höhenluft nicht und muss nach mehrmaligen Pausen auf ein Pferd steigen. Endlich kommen wir oben an und können in den geheimnissvolllen Krater blicken. In dem Loch mit dem Durchmesser von über hundert Metern ist ein kleiner Schlund, aus dem der nach Schwefel riechende Qualm aufsteigt. Wir fühlen uns definitiv nicht wie auf der Erde und saugen die Eindrücke der ungewohnten Umgebung in uns auf.

Der Abstieg fällt allen leicht, doch auf der flachen Ebene treibt ein Reiter sein Pferd so schnell voran, dass es stürzt und der Reiter abfliegt. Wir steigen wieder in unsere Jeep und verlassen den Mond Richtung Klippe. Zurück im Hotel können wir kaum glauben, was wir heute erlebt haben. Die Erwartungen aller Leute aus dem Jeep wurden übertroffen und ich bin selbst noch lange Zeit begeistert. Man hätte den Bromo auch ohne Jeep besteigen können, aber wäre dann nicht am Sunrise Viewpoint vorbeigekommen. Das extra Geld für den Jeep lohnt sich.

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Am Vulkankrater
Dummerweise ist wahrscheinlich durch die Höhenunterschiede eine Marmelade in meinem Daypack geplatzt und der Rucksack verschwindet beim Trocknen im Freien. Ausser Passbildern von mir war allerdings nichts drin. An der Rezeption sagt man mir, der Busfahrer hätte den Daypack ohne Besitzer mit nach Probolingo genommen, da dort eh alle Touristen vorbeimüssen. Immerhin besteht noch Hoffnung.

Wir nehmen den Bus, der uns sieben Stunden später nach Probolingo bringt und werden in einen Minivan zu 20 Locals dazugequetscht die gerade von der Feldarbeit kommen. Die Busse haben hier, neben dem Fahrer, meist noch einen Assistenten der beim Rangieren und beim Verstauen von Gepäck hilft. Er klettert kurzerhand aufs Dach und schnürt dort unsere Backpacks fest. Auch während der turbulenten Fahrt klettert er immer wieder hinaus und aufs Dach. Er wirkt zwar selbstsicher, doch mir stellen sich nur die Haare auf, wenn ich daran denke wie gefährlich das ist. Als Stuntman würde er sicher besser verdienen!

In Probolingo bekomme ich nach weiteren Telefonaten tatsächlich meinen unversehrten Daypack wieder (mit kleinem Verlust von meinem aussen hängenden Kompass). Ein weiterer Punkt für meine Sympathie zu den Indonesiern. Wir steigen um in einen richtigen Reisebus und beginnen unsere letzte grosse Fahrt. In elf Stunden werden wir hoffentlich zum Sonnenaufgang in Denpasar - der Hauptstadt von Bali - sein.

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Mit dem Jeep gehts weiter
2009.03.21
Mitten in der Nacht fährt der Bus auf eine Fähre welche eher einem Nightmarket ähnelt. Überall stinkt es nach Scheisse und alle paar Sekunden versucht ein Händler was zu verkaufen. Wir setzen uns auf eine kaputte Stuhlreihe und ziehen uns den Sarong über die Köpfe. Die Händler verstehen die Geste und lassen uns in ruhe.

In Denpasar ist es noch dunkel und wir müssen uns mit einem Syndikat von Bemo-Fahrern herumschlagen. Ein Typ läuft hinter uns her und verbietet allen Fahrern einen billigeren Preis als 40.000 pro Person zu verhandeln. Dazu kommt, dass wir kein Bargeld mehr haben und angeblich nur zum nächsten ATM gefahren werden können. Ich bin kurz davor den Penner anzuschreien, doch fasse mich wieder und wir handeln ihn auf 30.000 runter. Immernoch zu viel, aber die zwei Euro machen uns jetzt auch nicht arm.

Wir steigen in das Bemo nach Pandangbai - ein typischer Minivan, der eine bestimmte Route fährt und Leute vom Strassenrand aufsammelt. Die Sonne geht langsam auf und ich kann endlich Bali bewundern. Zwischen Reisfeldern und grünen Hügeln stehen bunte Tempel und friedliche Siedlungen. Die einstündige Bemofahrt ist interessant, da wir auch die kleineren Orte sehen.

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Sengigi
In der Fährstadt Pandanbai müssen wir uns gleich wieder mit Abzockern rumschlagen und drücken den Preis für den Transport auf die Nachbarinsel Lombok in den Ort Sengigi von 250.000 auf 150.000 Rupiahs für uns beide. Die Fähre braucht fünf Stunden für die 25km gibt aber doch einen schönen Panoramablick auf Bali und seinen Vulkan frei.

Nach einer kurzen Busfahrt kommen wir in Sengigi an. Für die 300km Luftlinie von Mount Bromo nach Sengigi haben wir 23 Stunden benötigt. Das Reisen in Asien ist eben immer langsam und unangenehm. Im ersten Moment ist der angepriesene Ort Sengiggi nicht schön. Wir begutachten den Strand und checken im empfohlenen Lina Hotel ein. Wir bezahlen 100.000 für einen schön geräumigen Bungalow mit westlichem Bad und Klospülung.

Nach einer Dusche gehen wir im resorteigenen Restaurant am Strand essen und finden den Strand doch schön. Das Wasser ist ruhig und klar. Nur die nervigen Verkäufer am Strand trüben das Bild ein wenig. Andere Touristen sind keine zu sehen. Die Beschreibung im Planet ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber uns gefällt es trotzdem. Da ich auf der Reise nicht schlafen konnte, schlafe ich früh ein und Jenny findet am Abend noch eine tolle Elektro-Party.

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Platzregen spült Scheisse hoch
2009.03.22
Nach drei Tagen ohne wirklichen Schlaf wache ich erst nach 15 Stunden wieder auf. Unsere letzten zwei Wochen brechen an und wir beschliessen kein Sightseeing mehr zu machen und da unsere Konten immer noch nicht leer sind, nicht mehr auf Luxus zu verzichten. Typischer Asientourismus eben =) Ich bin wie neu geboren und wir gehen im Meer schwimmen. Das Wasser kommt zwar nicht an die Postkartenbilder von Thailand heran, aber ist trotzdem mehr als gut zum schwimmen geeignet. Kleine Miniwellen schaukeln mich beim Bräunen auf der Luftmatratze, während ich den Sand durch das klare Wasser sehen kann.

Beim Mittagessen bricht ein sintflutartiger Monsterregen aus. Wir müssen öfter die Tische wechseln, bis wir in der hintersten Ecke unter dem Dach sitzen. Das Wasser tropft selbst in kleinen Strömen durch das Treppenhaus und sogar die Scheisse kommt aus den Klos hochgeschwommen und treibt die überfluteten Wege entlang. Eine Alarmanlage von einem Auto geht an, eine Gasse wird zu einem Fluss, der Platz mit Brunnen zu einem Teich. Doch wir geniessen das unglaublich gute Lombok'sche Essen im Taman Restaurant. Jenny hat Wasserspinat mit Erdnüssen und Chili. Ich habe Hähnchenspiesse mit brauner Kokossosse und einen griechischen Salat. Da uns der starke Regen für längere Zeit unter dem Dach einsperrt, bestelle ich auch das erste Bintangbier des Tages.

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Wiedermal off-season
Im Internet Cafe schliessen wir Jennys Kamera an welche sogleich unter Strom steht. Erst realisieren wir nicht was so in den Händen kribbelt bis wir feststellen das wir Stromschläge bekommen. Wir ziehen Kamera und USB-Stick aus demm verrosteten Slot heraus und hoffen dass die Daten nicht zerstört sind. Im nächsten Internet Cafe klappt alles reibungslos.

Wir chillen vorm Bungalow bis ein Local uns auf deutsch zulabert. Wir kennen die Preise schon und lassen uns daher ein Motorbike für einen Tag (vier Euro mit Benzin) und ein Open Ticket für Sengiggi - Gili Islands - Bali (etwa 18 Euro) aufschwatzen. Wir sitzen am Meer, trinken Bier, Juices und schauen in den rosa Himmel.

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Tour mit dem Moto
2009.03.23
Mit dem Roller fahren wir gegen 10 Uhr sogar mit Helmen aus der Einfahrt des Hotels. Anfangs schüchtert uns der Verkehr ei,n doch schnell merken wir, dass auf Lomboks Strassen eigentlich nicht viel los ist. Wir folgen einer hügeligen Strasse am Meer entlang und geniessen die atemberaubende Aussicht. Die Schaltung auf dem semi-automatischen Roller ist sehr gewöhnungsbedürftig und ruckelig. Immer wieder gibt es an einem erhöhten Punkt der Strasse einen Ausblick über die Küste auf unser nächstes Reiseziel. Die Gili Islands. Eigentlich heisst Gili übersetzt Insel also ist der Ausdruck falsch. Es gibt viele Inseln in der Umgebung doch jeder Local weiss, dass ein Bleichgesicht damit Gili Trawangang, Gili Meno und Gili Air meint. Drei sehr kleine Inseln ohne Verkehr und Polizei, die als Backpacker Paradiese gelten.

An der Küste liegen noch einige kleine traditionelle Dörfer, in denen Menschen leben wie im Mittelalter. Pferde ziehen Pflüge, Farmer klopfen Reis aus den Halmen und Frauen sammeln Palmenblätter, um daraus Dächer zu bauen. Ich biege ab und folge der Strasse in die grünen Berge. Es geht steil bergauf und Affen toben am Wegesrand. Zwischen den grünen Palmen tauchen immer mehr Affen auf und fauchen wild die Fahrzeuge an. Die Aussicht ist schön, doch ich halte nicht an, aus Angst von einer hungrigen, dummen Affenhorde überfallen zu werden. Mittlerweile kann man einen Grossteil der Insel bis hin zum Meer überblicken. Ein türkiser Fluss schlängelt sich durch ein steiniges Bett und zwischen den rundgewaschenen Felsen stehen kleine Holzhütten. Beim Geniessen der Aussicht bekomme ich erneut einen Joint von einem Local angeboten.

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Kurviges Paradies
Ich fahre zwar trotz 30 Grad mit langärmligen Shirt, aber bekomme natürlich ohne Handschuhe einen roten Sonnenbrand auf dem Handrücken. Ich schmiere erneut ein und gebe Gas, doch bis ich endlich wieder in Sengiggi ankomme ist die Hand durchgeschmort. Die Schmerzen werden sich erst am nächsten Tag bemerkbar machen.

Im Cafe Alberto gehen wir lecker Essen. Es sind zwar kleine Portionen doch die Lage am Strand, die schöne offene Architektur und der kostenlose Pool, sowie Internet sollten dem Restaurant eine bessere Bewertung im Lonely Planet einbringen. Wir essen Pasta und Bruschetta, schwimmen im Pool und schauen aufs Meer hinaus. Der restliche Abend plätschert so vor sich hin. Wir trinken zusammen fünf Bier im Cafe Marina, wo laute gute Housemusik von einer Liveband unterbrochen wird. Immerhin sind unsere letzten Tage in Asien zum relaxen da.

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Lombok
2009.03.24
Einfach mal so richtig gechillt. Wir bewegen uns nur zwischen Meer und Restaurants. Ausser mir ist niemand im Wasser zu sehen und so treibe ich nackt auf der Luftmatratze über die Wellen. Generell reisen wir scheinbar in der absoluten Low season durch Asien. Ausser zum chinesischen Neujahr hatten wir so gut wie nie Probleme mit Touristenmassen. Die meisten Resorts stehen einsam und verlassen am Strand und Restaurants sowie Bars kämpfen meist um jeden Kunden. Wir verstehen den Grund dafür nicht, doch freuen uns über die Ruhe. Vor einem Monsun, Tsunamis oder Bombenanschłägen haben wir zumindest keine Angst und sehen das nicht als Grund für die Abwesenheit von Touristen.
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Keine Strassen auf Gili
2009.03.25
In der Nacht werde ich von Bauchschmerzen geplagt und irgendwie bekomme ich nur wenig von der Fahrt nach Gili Trawangan mit. Nach Bus und Boot findet Jenny ein Bett für mich und ich erhole mich langsam. Auf den drei Inseln hier gibt es keine Polizei und so bekomme ich während ich auf dem Rücken in meinem Bungalowbett liege schon Gras angeboten. Doch ich habe andere Sorgen und höre einfach nur den Hühnern beim Gackern zu.

Später laufen wir die Küstenstrasse entlang und stehen schnell mitten in der Natur. Also spazieren wir am leuchtenden, türkisen Meer entlang und freuen uns über die Ruhe. Immer wieder schicken mich meine Bauchschmerzen ins Bett und so zieht der Tag einfach an mir vorbei.

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Das ist garnicht unser Pool
2009.03.26
Der Tag beginnt mit Frühstück auf weichen Kissen in einer Hütte am Hafen. Für den Tag mieten wir zwei Fahrräder für fünf Euro. Auf einem sandigen Weg fahren wir zu verlassenen Stränden, bis die Reifen irgendwann keinen Halt mehr finden und wir umkehren müssen. Vorbei an der einsamen Sunset Bar südlich des Dorfes, welche mehr wirkt wie verlassene Architektur aus der Zukunft. Das Ombok Resort hat einen tollen Pool mit Poolbar und da im Meer so viele scharfkantige Korallen sind, schleichen wir uns rein und schwimmen zwischen den Reichen und Schönen. Den Mittag verbringe ich wieder unter Schmerzen im Bett.

Nachdem wir den unspektakulären Norden der Insel erkundet haben fahren wir zurück ins Dorf und setzen uns unter eine kleine Holzhütte in einem Restaurant. Wir bestellen einen Magic Mushroom Shake und teilen diesen. Uns bleibt danach gerade noch genug Zeit die Fahrräder zurück zu geben und zum Bungalow zu laufen bevor die superbunte Achterbahnfahrt vom Ozean bis zum Mond beginnt.

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Mit dem Fahrrad durchs Dorf
2009.03.27
Wir wollen beide nicht viel machen und so beschäftigen wir uns damit ein günstiges Restaurant zu finden. Wie so oft ist das Angebot beschränkt und wir müssen uns zwischen Banana Pancake und Toast entscheiden. Danach finden wir ein Stück Strand ohne Korallen und schwimmen im Meer. Das Wasser ist ruhig doch die Strömung stark. Wir haben langsam genug von der kleinen Insel gesehen und wollen morgen nach Gili Air. Also buchen wir eine Schnorcheltour, die zwischen den drei Inseln entlang führt und auf Gili Air den letzten Stop macht. Den Nachmittag verbringen wir gechillt vor HBO und Abends schauen wir einen Film im örtlichen Kino. Eine Bar hat einen Beamer aufgestellt und zeigt Kinofilme. Man muss nur von seiner Liege aus etwas zu essen oder trinken bestellen. Alternativ gibt es auch Kabinen am Strand mit kleineren Fernsehern. Der Oscar prämierte Film 'Slumdog millionaire' bringt uns das harte Leben armer Strassenkinder näher und ich habe danach fast schon Verständnis für die Arschlöcher die uns bestohlen haben.
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Schnorcheltour
2009.03.28
Wir wandern mit unserem Gepäck zum Bootssteg. Unsere Backpacks werden zuerst ins Boot verfrachtet, dann wir mit den restlichen Touristen. Durch den Glasboden können wir die Korallenriffe bewundern und freuen uns schon ins Wasser zu hüpfen. Unser erster Halt ist nördlich von Gili Trawangan. Wir bekommen Maske mit Schnorchel und tauchen unter. Doch ausser unsichtbaren 'Stings' welche mich im Schwarm in den Arm beissen gibt es kaum etwas zu sehen. Mit etlichen juckenden Pusteln klettere ich zurück an Board.
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Blubbl Blubb

Doch voller Zuversicht freue ich mich auf unseren nächsten Stop nördlich von Gili Meno. Zwar schwimmen wir mit den anderen Touris dicht beieinander dem Tourguide nach, doch die Schildkröten die er uns zeigt sind es wert. Er taucht hinunter auf den Meeresgrund und hebt eine vom Boden. Er bringt sie zum anfassen zu uns und lässt sie dann davongleiten. Die Schildkröten die wir sehen sind alle etwa so gross wie ein Rucksack und tarnen sich mit ihrer Panzerfarbe gut auf dem Meeresboden.
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Die Fische werden gefüttert
Beim dritten Stop kurz vor Gili Air schwimmen wir mit bunten Fischschwärmen, welche wir mit Futter anlocken. Danach gehen wir an Land und essen zu Mittag. Wir bleiben auf Gili Air, obwohl alle anderen Touris wieder zurück nach Gili Trawangan fahren. Während wir mit unseren Backpacks auf Bungalowsuche sind, werden wir von vielen Locals freundlich auf der Insel Willkommen geheissen. Strassen gibt es keine. Schliesslich finden wir auch eine bezahlbare Hütte mit Bambusmöbeln für 4 Euro die Nacht. Hier scheint jeder Eigentümer von einem Bungalow auch Dealer zu sein, denn wieder bekommen wir gleich nach dem Einchecken Gras angeboten. Statt Hühnern haben wir diesmal Kühe als Haustiere.

Abends ziehen wir von einer Strandbar zur nächsten und ich beobachte den Sonnenuntergang in einer Hängematte bei Gitarrenmusik. Die Wege sind nur schwach beleuchtet und wir finden nur mit der LED von Jennys Kamera zurück zu den Bungalows. Der Strom ist mal wieder ausgefallen aber auf jeder Veranda stehen Kerzen. Wir lassen eine draussen brennen weil es einfach schön aussieht und nehmen die andere mit hinein. In der Nacht haben wir eine Kakerlake zu Besuch auf unserem Bett. Jenny opfert ihr Kissen und zerquetscht sie zu braunem Brei.

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Schwerelos
2009.03.29
Das kostenlose Frühstück verplant, aber dafür doppelt gegessen. Wir schwimmen auf der Luftmatratze aufs Meer hinaus und schnorcheln mit Regenbogenfischen und anderen psychedelischen Gesellen. Danach rauchen wir auf der Veranda und stopfen uns am Meer mit Essen voll.

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Reispflücker in der Sonne
2009.03.30
Um 7:30 werden wir aus dem Bett geklingelt. Nach einem schnellen Frühstück hüpfen wir auf das Boot nach Bangsal und warten dort 40 Minuten auf den Bus. Der Fahrer ist betrunken oder auf Mushrooms oder beides und wir fahren nach verplantem Buswechseln los. Die Backpacks sind halbherzig aufs Dach geschnallt und hängen während der Fahrt immer weiter herunter. Wir zählen im Monkey Forest 70 Affen am Strassenrand und erreichen endlich Lembar.

Auf der vierstündigen Fahrt auf der Bali-Fähre sehen wir diesmal fast nur Touris. In Padangbai steigen wir in einen Bus um und werden kurz nach Sonnenuntergang in Kuta abgesetzt. Bunt beleuchtete Strassenzüge mit endlos vielen Geschäften lassen unsere Augen leuchten. Endlich wieder in der Zivilisation. Im Sorga Hotel finden wir einen Pool, Balkon, Toilette mit Spülung und Frühstück für 13 Euro die Nacht. Eingecheckt. Um die Ecke am Strand gibt es einen McDonalds, also schlagen wir uns die Bäuche voll. Vorm Schlafen schauen wir uns noch die Gegend an und laufen an etlichen Bars, Souvenierständen, gefälschter Surfmode und raubkopierten DVDs vorbei.

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Essen für die Götter
2009.03.31
Ein wundervoller Tag. Es ist so schön in einem Zimmer zu schlafen ohne Kakerlaken aus dem Bett zu vertreiben. Auf einer Matratze zu schlafen ohne nachts mit Rückenschmerzen aufzuwachen. Es ist praktisch ein Waschbecken zu haben, statt die Zahnbürste unter der Dusche mit Salzwasser auszuwaschen. Mein bärtiges Gesicht mal wieder in einem Spiegel zu sehen ist eher erschreckend =)

Nach dem kostenlosen Frühstück wandern wir durch die Stadt, auf der Suche nach einem sympathischen Tattoo Laden. Wir kommen dabei an unzähligen Surfläden vorbei, können kaum ein paar Schritte gehen ohne von den bunten Schaufenstern Billabong, Quiksilver, Roxy, RipCurl, Rusty und Volcom erschlagen zu werden. Der Tattooladen von Mr Dolphin ist nicht auffindbar, also irren wir weiter. In der Discovery Mall (Centro) entdecken wir voller Freude den ersten Breadtalk in Indonesien.

Die verschiedenen Tattoo Artists die wir besuchen, machen alle keinen besonders guten Eindruck auf uns. Keiner erklärt den Vorgang oder kommt uns sonst irgendwie entgegen. Einen müssen wir erst aus dem Mittagsschlaf wecken. Beratung gibt es keine. Nur um den Preis müssen wir jedes mal verhandeln, bevor überhaupt etwas passiert. Immerhin bietet einer von sich aus an, ersteinmal mit Farbe aufs Bein zu malen bevor er es tätowieren will.

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Luxus nach drei Monaten
2009.04.01
Yuhuu! Wir checken endlich ins drei Monate lang erwartete Kuta Sea View ein. Wir hatten schon monatelang vorher den Aufenthalt geschenkt bekommen und uns auf die luxuriöse Unterkunft gefreut. Obendrauf bekommen wir auch noch ein Upgrade in einen besseren Bungalow. Die Tür öffnet sich und wir entdeckene einen Plasma TV, DVD-Player, Safe, Elektronisches moskitowegmachding, Mini Bar, Laundry Korb, Wasserkocher, 8 Lichtschalter, 3 Fernbedienungen, beleuchteter Schrank mit Regenschirm, Chill-Sessel mit Fussauflage, Himmelbett, Roomservice, Radiowecker, Veranda mit Sofa, Türklingel, Air Condition, Badewanne mit Riesenduschkopf, Waschbecken, echte Blumen, beleuchteter Spiegel, Nachttische, Handtücher, Nähset, Kamm, Rasierer, Feile, und sonst allem was man braucht. Wir sind glücklich
.

Mit dem Taxi kommen wir zum Carrefour und kaufen günstig Kosmetik für Deutschland ein. Danach laufen wir durch eine der Poppies - eine von zwei Strassen in denen sich Fake-Läden aneinanderreihen. Wir bestellen als Dank für die Übernachtungen im Kuta Sea View ein persönlich gefertigtes Holzschild. Ausserdem kaufen wir 16 DVDs und schauen ein paar von unserem Hotelbett aus während wir uns kühles Bier reinschütten.

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Bali war nicht der Burner
2009.04.02
Wir fressen uns durch das 10m lange Frühstücksbuffet und werden dafür mit ewiger Scheisserei bestraft. Nachdem wir im Dolphin Tattoostudio keinen guten Preis verhandeln konnten gehen wir eben auf Klamottenjagd. Die meisten Oberteile können wir von fünf auf einen Euro herunterhandeln. Generell fünfteln wir den Angebotspreis und wenn uns die Ware wirklich gut gefällt einigen wir uns auf ein Drittel. Wiedermal verbringen wir den rest des Tages im Bett mit Bauchschmerzen. Ich habe das Gefühl dass unsere Körper einfach langsam wieder einen geregelten, sauberen Tagesablauf brauchen. Wir leben in Bali vergleichsweise gut aber scheinbar ist es nach drei Monten an der sich zu erholen. Ich freue mich auf mein zuhause.

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Wir gönnen uns ne Pause
2009.04.03
Nach dem Frühstück schauen wir zwei DVDs und treiben dann im Pool. Wir essen Pizza im Bett und verschieben Jennys Bungy Jump wegen starkem Regen. Im Ibud Tattoostudio machen wir einen Termin für übermorgen. Wir geniessen die letzten ruhigen Tage im Urluab.

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Jenny springt vom Bungyturm
2009.04.04
Wir holen das persönlich gefertigte Holzschild ab und lassen noch einmal billig Passfotos machen. Während der Mittagshitze schauen wir wieder ein paar DVDs bis wir zum Bungy Jump abgeholt werden.

Ich, (Jenny) fahre in einem offenem, ruckelndem Aufzug die 45 Meter hoch. Vor mir springt ein Mann professionell mit Schwung. Doch als ich das Handtuch um meine Unterschenkel gebunden bekomme und zwei mal mit Gurten befestigt werde kommt langsam die Angst. Ein Mann geht mit mir bis zur Schwelle, wo ich mit meinen Füssen halb darüber stehe. Vor mir sehe ich mit pochendem Herz das Meer, wo gerade die Sonne untergeht. Drei Männer zählen von Fünf herab, doch ich kann mich nicht überwinden und frage ob sie mich nicht schubsen können, doch einer meint nur, ich muss es selber wollen. Noch einmal wird bis Fünf gezählt und mit geschlossenen Augen und schreiend geht es richtung Pool. Der Adrenalinstoss war überwältigend.

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Frisches Tattoo
2009.04.05
Tag des Abflugs. Wir sitzen morgens im Tattoostudio und warten darauf das es losgeht. Vor uns liegt unsere Skizze und die Zeichnung des Artists. Neben uns läuft ein Plasma-TV und zwei Angestellte zocken an ihren PC. Aua aua aua..
.

Mittlerweile sind wir wieder in Deutschland, die Tattoos sind gut verheilt und erinnern uns an die schönen drei Monate in Südostasien.

  • Wir sind durch sechs Länder gereist
  • Haben zwölf Grenzübergänge passiert
  • Uns mit dem Zug, Flieger, Fahrrad, Roller, Rikscha, Fähren, Taxen, Bemo, sleeping bus, Minivan, Tuk Tuk, Golfkart, Kajak, Longboat, Speedboat, Seilbahn, Skytrain, Ubahn, Monorail und Jeep fortbewegt
  • in 28 Hostels geschlafen
  • An zwölf Stränden gelegen
  • 60 Stunden PSP gezockt
  • Je vier Bücher gelesen
  • Sechs Stunden Video aufgenommen
  • 1120 Fotos geschossen
  • Mit Flug je nur 3000 Euro für drei Monate Urlaub ausgegeben
  • Etwa 150 Euro Abhebegebühren gezahlt
  • Zwei Kakerlaken zerdatscht
  • Ein dutzend Schmerztabletten verbraucht
  • je zwei mal übergeben
  • und nur 6 mal in einer Waschmaschine gewaschen
  • Geklaut wurden ein Geldbeutel, eine Sonnenbrille, zwei Handtücher, ein paar FlipFlops, ein paar normale Schuhe und ein Kompass

Video zu Indonesien unter Travel

 

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