CHRISTIAN MARZY
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Christian Marzy Log China
Sydney von der Fähre
2008.03.10
Ich lande in Sydney. Emirates hat mal wieder alles verkackt und wir haben nach ewigen Transfers über drei Stunden verspätung. Nach schneller und freundlicher Einreise durch den Flughafen sehe ich plötzlich ein türkises hüpfendes etwas. Ich fange an darauf hinzu zu hüpfen und freue mich Jenny nach einem halben Jahr mal wieder in den Armen zu halten. Zusammen werden wir von Sydney nach Melbourne reisen.

Jenny ist eine Freundin aus München, die schon seit 6 Monaten Work and Travel in Australien macht und sich daher in Sydney auskennt. Sie führt mich vom Flughafen per S-Bahn richtung Hostel ohne dass ich nachdenken muss. Auf dem Weg prallen die ersten Eindrücke der Stadt auf mich ein. Die Ampeln machen lustige Geräusche wenn es grün wird, die Strassen sind sauber und die Häuser schön.

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Harbour Bridge über The Rocks
Von der Central Station aus ist das Hostel 'The Maze' nur wenige Gehminuten entfernt. Und es kommt mir mit seinen unzähligen Gängen und Räumen wirklich wie ein dreckiger Irrgarten vor. Ich checke ein aber bekomme leider kein Bett mehr in Jennys Dorm. Nach kurzem Aufenthalt ziehen wir durch die Strassen. Es tut so gut endlich nicht mehr allein zu reisen. Sie führt mich zum nahegelegenen Darling Harbour. Ein grosses Areal mit tollen modernen Prachtbauten. Piraten und Militärschiffe ankern hier und sind teilweise zur Besichtigung freigegeben. Wir geniessen die Atmosphäre und machen es uns müde auf einem Mäuerchen gemütlich.

Auf dem Weg zu dem berühmten Opernhaus kommen wir durch die 'Rocks' - einem Altstadtviertel in Sydney. Hier sind die Häuser nicht so hoch, haben dafür aber Charakter. Wir ziehen im Schatten durch die bunten Strassen und bewundern die schönen Fassaden. Hier geht es ziemlich ruhig zu und ich fühle mich schon viel entspannter. Das Wetter ist eigentlich perfekt. Die Luftfeuchtigkeit ist niedrig und die Temperatur perfekt für T-Shirt und kurze Hose. Zwischen den Häusern kommt man eigentlich nicht ins schwitzen. Die Rocks führen uns direkt zur Harbour Bridge. Eine Brücke mit wundervollem Ausblick aufs Opernshaus. Im Wasser kann ich Nemo winken sehen. Wir bleiben nur kurz auf der Brücke ohne Schatten um meinen Sonnenbrand zu schützen. Für einen hohen Preis kann man wohl als Tourist den hohen Bogen der die Brücke stützt erklimmen. Aber ich sehe darin keinen Nutzen.

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Germany vs. OZ
Kurz vorm Opernhaus beschliessen wir die Tour bis morgen zu unterbrechen und machen es uns mit Goon im Hyde Park mit Blick auf die beleuchteten Hochhäuser gemütlich. Goon! Über Goon wurde mir schon viel erzählt und endlich kann ich ihn mal probieren. Tatsächlich handelt es sich dabei um billigen Wein in einem vier Liter Schlauch, verpackt in einen Pappkarton mit Zapfausgang. Da Alkohol in Australien recht teuer ist, trinken viele jugendliche Goon zum Preis von 10 Dollar für 4 Liter. Da trinken in der öffentlichkeit nicht gern gesehen ist, füllen wir einen halben Liter in unsere Plastikflasche und verziehen das Gesicht beim trinken. Allerdings hat er 9,5 - 11 Prozent Alkoholgehalt und ist im Vergleich zu den sehr hohen Bier und Wodka Preisen wirklich eine gute Alternative. Vorallem für Backpacker =)

Später gehen wir noch ins lustige O'Malleys und bestellen zwei Schooner (Bier) und werden kurz darauf von dichten Australiern auf weitere Bier eingeladen. Später kommen noch Jennys Reisegefährten vorbei die heute Abend Sydney verlassen werden und noch mit uns Abschied feiern wollen. Es ist ein lustiger Abend und ich bin ziemlich besoffen. Auf dem Heimweg übergiesst mich Jenny freundlicherweise mit ein paar Schlucken Goon und ich gehe in den ekligen Klamotten schlafen.

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Nemo am Opera House
2008.03.11
'Du riechst aber gut' sagt Jenny zu mir als ich mit meinen verschwitzten Goon-Shirt aufwache. Zu dem Zeitpunkt war mir saubere Kleidung, Rasur etc. noch wichtig da ich es vom Büroalltag nicht anders gewöhnt bin. Doch das sollte sich noch ändern. Heute haben wir eine grosse Reise geplant. Also gehts nach der Dusche richtung Royal Botanic Garden. Da wir unsere Karte vergessen haben kommen wir dort erst nach einem ausgedehnten Spaziergang zum Eingang. Allerdings bereue ich keinen Meter denn in Sydney ist einfach jede Strasse sehenswert =)

Der Park grenzt direkt an das schöne Opernhaus also schauen wir da vorher noch vorbei. Es sieht schon spektakulär aus wie es so mit seinen schalenartigen Formen in den Fluss hineinragt. Wenn man nahe genug dran ist erkennt man sogar dass grosse Teile der Fassade aus Mosaikartigen Kacheln bestehen. Abgesehen von dem Opernhaus an sich hat man von hier einen riesiegen Panoramablick über den Fluss auf die anderen Ufer.

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The royal botanic garden
Im grünen Botanic Garden breiten wir unter einem der Bäume eine türkise Decke aus und essen ein paar Sachen die wir vorher bei Coles (dem Supermarkt) für ein paar Dollar gekauft haben. Jenny lebt hier sehr sparsam um möglichst wenig arbeiten zu müssen und anfangs kollidieren unsere Vorstellungen von einem guten Essen noch. Australien kommt mir ziemlich teuer vor und da wir ja noch nen Camper mieten wollen leben wir eben ein bisschen sparsamer.

Der Garden erinnert fast an einen kleinen Zoo. Viele Spinnen, und tausende von Flughunden (riesige Fledermäuse) leben hier. Es gibt jede Menge zu entdecken und so verbringen wir etwa drei Stunden dort. Danach laufen wir lange richtung Kings Cross um die UBahn zur Fähre nach Manly zu nehmen. Wir lösen Studententickets für je 9 Dollar die an den meisten Drehkreuzen komischerweise nicht funktionieren also müssen wir uns immer von den Securities die Schranke öffnen lassen. Nachdem wir die Fähre zweimal hintereinander verpasst haben stellen wir uns beim dritten mal pünktlich in die Schlange und sichern uns sogar einen tollen Platz an der Oberdeckseite. Die Sonne ist am untergehen und das Licht das auf die felsige, mit Luxusvillen bebauten Ufer fällt taucht alles in Orange.

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Manly Beach
25 Minuten dauert die entspannte Bootsfahrt nach Manly. Dort angekommen laufen wir durch eine Einkaufsstrasse an einem Aldi vorbei direkt zum Strand. Hier gibt es weder Muscheln, Algen noch Quallen und so stürzen wir uns fröhlich in die Wellen. Seit Jahren war ich nicht mehr im Meer schwimmen und ich spucke erstmal eine Ladung Salzwasser. Beim trocknen stibitzt eine gierige Möve (ich nenne sie lieber Habichte) der Jenny ihr Lebanesenbrot im Sturzflug. Sofort kommt die restliche Habichtarmee und kämpft kreischend um das Brot. Ein bisschen beängstigend. Ich sitze im warmen Sand und beobachte wie die Surfer in den letzten Sonnenstrahlen auf den Wellen reiten. Auf dem Rückweg mit der Fähre mache ich von den Eindrücken überwältigt und von der vielen Bewegung erschöpft schon ein kleines Nickerchen...

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Darling Harbour
2008.03.12
Wir beschliessen in dem Hostel mit über 1000 Betten einfach nur ein Bett zu bezahlen und uns den Preis von 26 Dollar zu teilen. Das Hostel ist zwar mit Kühlschränken, grosser Küche, Internet und grossen Baderäumen gut ausgestattet aber durch die grösse einfach zu anonym. Ich checke aus und laufe fünf Minuten später wieder zur Tür rein und keiner merkt etwas.

Wir verchillen den Vormittag und setzen uns Abends mit ein bisschen Goon an den Darling Harbour und geniessen den Sonnenuntergang. Als es Dunkel ist fängt ein Werbelogo an einer der Hochhausseiten zu brennen und menschenhohe, brennende Kunsstoffbrocken fallen auf die Strasse herab. Die Feuerwehr kommt zwar, kann das Logo aber anscheinend nicht erreichen und so brennt es fröhlich weiter und setzt durch die herunterfallenden Brocken weitere Fassadenteile in brand. Lustigerweise leuchtet der nicht abgefackelte Teil des Logo weiter und als eine Stunde später der Strom endlich ausgeht, hört auch das Logo auf zu brennen. Laut Zeitungsbericht wurde niemand verletzt.

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Its a wicked culture
2008.03.13
Wir mieten uns für 500 Dollar (300 Euro) bei Wicked einen Campervan für 14 Tage. So sparen wir ne Menge Kohle für Hostels und können die Ostküste perfekt erkunden. Der Van hat einen CD-Spieler, drei Matratzen, Stühle, Gaskocher, Klopapier, nicht zu vergessen der Pfannenwender. 'Wir haben sogar einen Dosenöffner, wie bonzig' ruft Jenny mir zu als wir uns später ein paar Nudeln am Strand zubereiten =)

Wir tanken voll und fahren los Richtung süden. Unser Ziel ist Melbourne, welches auf dem kürzesten Weg nur 800km entfernt wäre. Allerdings wollen wir auf der Strecke einfach im Zickzack alles erkunden was uns interessiert. Ohne Zeitdruck.
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Ein Traum =)
Wir verlassen Sydney südlich und fahren nach wenigen Minuten schon in den Royal National Park. Der Eintritt kostet pro Auto 11 Dollar (6 Euro) aber da uns keiner aufhält zahlen wir nicht. Allerdings wäre es das Geld wert gewesen. Der Park haut mich als Australien Neuling vollkommen aus den Socken. Ich bin ja eher nicht so der Naturfreak aber als ich die Lagune mit Wasserfall und Palme am Watambo Beach sehe, traue ich meinen Augen kaum. Ausser uns sind vielleicht gerade mal 10 Leute hier und wir schwimmen eine Runde. Später kann ich die Klappe nicht halten und prahle das ich von der Wasserfallklippe springen würde wenn ich sicher wüsste dass das Wasser tief genug ist. Als ich eine halbe Stunde später jemand hineinspringen sehe klettere ich auch hinauf. Ich Blicke hinunter in das 10-15 Meter entfernte dunkle Wasser und bekomme es mit der Angst. Doch Jenny steht unten und filmt während ein paar Kids 'Jump! Jump!' rufen. Also nehme ich all meinen Mut zusammen und springe von der Klippe. Ich sause durch die Luft und tauche butterweich in das Lagunenwasser ein. Wow!

Wir fahren nur Aufgrund der Karten im Lonely Planet und finden nache ein paar Kilometern Strasse an der Küste Kurz nach Coalcliff endlich einen Supermarkt. Wir decken uns mit Nahrungsmitteln ein und Kochen in der Dämmerung am Strand Nudeln. Was für ein wunderschöner Tag. Dafür hat sich jede Minute im Büro und jeder Euro für den weiten Flug gelohnt.

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Küche, Bad, Bett, Strand
2008.03.14
Wir haben illegalerweise mit unserem Camper am Strandparkplatz übernachtet und sind ein bisschen ängstlich als Nachts jemand unseren Camper schaukelt und "Any girls in there?" ruft. Kurz darauf sind Spraydosengeräusche zu hören. Die Fenster sind einen Spalt offen und befürchten dass er zu uns reinsprühen will. Wir geben keinen Laut von doch unsere Herzen pochen wie verrückt bis der Typ wieder verschwindet. Wir haben einfach zu viele Horrorfilme gesehen, denn am nächsten morgen ist alles vollkommen in Ordnung.

Eigentlich perfekt. Wir ziehen uns nur kurz um, laufen in der warmen Morgensonne über den Strand und tauchen in das wellige Wasser ein. Kann ein Tag schöner beginnen? Ich kann natürlich nicht genug bekommen und wage mich immer weiter rein bis ich feststelle dass ich gegen den Sog nicht mehr ankomme und das Land sich nicht mehr nähert. Ich schwimme mit voller Kraft doch komme nicht voran. Als mir die Kräfte langsam ausgehen und ich ab und zu unter Wasser gerate, schaue ich mich um und sehe einen älteren Herrn seitlich vorne von mir Winken. Und schon fällt mir ein was ich mal gelesen hatte. Diagonal zum Strand schwimmen. Und so einfach geht es dann auch. Erschöpft erreiche ich den Opa welcher mir noch einmal ausführlich erklärt wie gefährlich es ist in die falsche Strömung zu geraten und wie man am besten wieder herauskommt. Nachdem ich das System verstanden habe krabbel ich zum Strand und chille erstmal ne Runde.

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Der erste Leuchtturm
Wir fahren weiter südlich am Meer entlang nach Wollongong - dem nächsten grossen Ort laut Lonely Planet. Dort besichtigen wir den Leuchtturm und den alten Fischerhafen. Doch schnell bekommen wir hunger und kaufen bei Aldi ein paar Sachen für ein Picknick im botanischen Garten. Dort treffen wir auf jede Menge Tiere wie gut getarnte Baumstämme und lebende Grashalme =)

Weiter geht die Reise vorbei am Industriegebiet von Wollongong und am grossen Lake Illawarra nach Shellshore, wo wir umkehren um den See auf der anderen Seite weiter entfernt von der Küste zu umfahren. Da ich vermeiden will wieder nächtlichen Besuch zu bekommen will ich nicht am belebten Strand schlafen. Dort treffen wir auf einen wunderschönen Parkplatz am See. Wir kaufen Sachen für Burger und nachdem wir extra nochmal unsere ID zum Altersnachweis ausm Auto holen mussten auch Bier. Grillen während dem Sonnenuntergang am Seeufer. Ich denke mir zum wiederholten male dass dies wohl einer der schönsten Tage in meinem Leben ist. Vorm schlafen gehen ziehen wir uns noch verspulten House aus dem Radio rein =) Normalerweise läuft im australischen Radio nur Gelaber.

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Da wollen wir runter
2008.03.15
Nach dem Aufstehen fühlen wir uns gammlig also besuchen wir nach kurzer Fahrt den Werri Beach südlich von Kiama, welchen wir vorher an einem Lookout in der Ferne erspäht hatten. Wir springen ins kalte Wasser und fühlen uns richtig erfrischt. Eigentlich verbringen wir nur so ne Stunde am Tag mit fahren bevor wir wieder einen Ort finden den wir erkunden oder an dem wir übernachten wollen.

Kacken kann man meist auf McDonalds Klos die hier in den meisten Orten vorhanden sind. Dort kann man auch seine Geräte aufladen und sich mit Salz und Pfeffer eindecken. Wir haben einen 10 Liter Wasserkanister mit Pumpe und Waschbecken im Camper mit dem sich die notwendigsten Reinigungen von Körper und Geschirr erledigen lassen.

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81 Meter in die Tiefe
Wir fahren aus Versehen an Kiama vorbei und landen in Nowra. Von dort übernehme ich illegalerweise das Steuer und fahre eine dschungelige Bergstrasse hinauf bis wir an einen Lookout auf 800m höhe kommen. Generell kommen uns nur sehr wenige Autos entgegen was wir auf den teilweise engen Strassen zu schätzen wissen. Von hier aus kann man bei dem klaren Wetter wirklich hunderte von Kilometern weit schauen. Doch wir fahren weiter denn wir wollen die Fitzroy Falls sehen. Die sehenswerte Strecke dorthin führt in Serpentinen einen Berg hinauf und lässt unseren Camper ganz schön arbeiten.

Eine halbe Stunde später stehe ich ans Geländer geklammert über dem 81m gigantisch hohen Wasserfall und geniesse den Ausblick über die Berge. Mit kleinen Fussmärschen kann man noch weitere Lookout-platformen erreichen die den Wasserfall nochmal in anderer Perspektive betrachten doch nach der zweiten werden wir müde und kehren zurück. Diesen Halbtagsausflug kann ich nur empfehlen.

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Nie wieder!
Zum Abschluss vorm Schlafengehen wollen wir noch einen Leuchtturm in der nähe von Currangong besichtigen. Auf dem Weg dorthin müssen wir ein paar Kilometer vorm Ziel ein Security-Häuschen mit Schranke passieren. Wir werden gefragt wo wir hinwollen und bekommen in einem Englisch das wir kaum verstehen noch Weganweisungen. Überraschenderweise hört hier die Strasse auf und eine Schotterpiste beginnt. Die Piste sieht zwar leicht zu befahren aus doch schnell müssen wir unsere Geschwindigkeit auf 20 kmh drosseln da wir so durchgeschüttelt werden dass wir den Schlaglöchern lieber ausweichen wollen. Doch es hilft nichts. Wir kriechen vorwärts und ich habe das Gefühl der Camper bricht gleich auseinander so sehr wie alles wackelt. Ein paar Minuten später hält uns ein Security im Staub an und erklärt uns wir sollen doch 50 fahren damit die Schlaglöcher nicht so stark wirken. Jenny bittet mich wieder zu fahren da ihr beim beschleunigen der Wagen ausbricht aber tatsächlich klappt es. Der Camper sinkt zwar nicht mehr komplett in die Schlaglöcher ein aber dafür klingt es als würde alles durch die Gegend fliegen.

Ausserdem ist der Camper auf der Schotterpiste kaum noch kontrollierbar und schliddert immer gefährlich nah auf den Strassenrand zu. Die anderen Autos haben wohl 4-Wheel-Drive und scheinen viel leichter voran zu kommen. Ich habe echte Probleme ihn unter kontrolle zu halten, aber langsamerfahren kann ich nicht da wir sonst wieder in die Schlaglöcher einsinken würden und die Federung bis zum Anschlag durchknallt. Ich habe ein bisschen Angst und Jenny ist auch schon ganz ruhig. Paradox, dass wir auf einer Strasse so schnell fahren müssen das wir die Kontrolle verlieren um dass Auto nicht kaputt zu machen. 'For your own safety and comfort' sagte der Security. Ein gelbes Schild mit den Buchstaben DIP steht am Strassenrand. Allerdings kennen wir die bedeutung nicht. Also schliddere ich über die Piste als wir plötzlich auf eine fünf Meter lange und einen Meter tiefe Mulde in der Strecke zurasen. Bremsen bringt den Van in Schräglage also schiessen wir zwar gerade aber dafür mit 50 aus der steilen Mulde raus und heben ab... Was eine Sekunde spass macht wird in den nächsten zum Alptraum. Im Gegensatz zu einer filmreifen Landung schlagen wir mit den Vorderrädern zuerst in den Boden ein, die Federung kommt zum Anschlag und wir prallen so hart auf das sämtliche Dinge im Wagen um uns herumfliegen. Ich glaube dass die Achse bricht doch in dem Moment kommt das Heck runter und reisst die Fahrerkabine wieder nach oben. Ich kralle mich am Lenkrad fest und versuche den Wagen irgendwie auf der Schotterpiste zu halten. Schlingernd kommen wir zum stehen.

Eigentlich wollen wir nicht mehr weiterfahren, denn wir wollen weder uns noch den Wagen zerstören. Doch da das gerüttel bei 20 kmh unertragbar ist befolgen wir wieder den Rat des Security und schliddern mit 50 in Schlangenlinien über die Strasse. Eine Kurve kommt die meine Driftkünste mit Campervans überfordert und wir rutschen seitlich auf die Böschung zu. Ich glaube zwar nicht dass wir es schaffen und überlege mir schon wie ich mich beim Aufprall abstossen soll doch irgendwie kommen wir doch lebend am Leuchtturm an.

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Wenigstens war er schön
Bei der Besichtigung sagen wir beide gelähmt kaum ein Wort. Ich möchte nicht übertreiben, aber ich glaube wir haben beide kurzzeitig mit dem Tod gerechnet. Das der Van überhaupt noch fährt verwundert mich sehr. Auf dem Rückweg lassen wir zwar die Sprungschanze aus aber kommen teilweise trotzdem halb von der Strasse ab. Als wir endlich wieder an den Security Häuschen ankommen fragt uns der Security ob wir es bis zum Leuchtturm geschafft hätten, doch ich grinse nur blöd in Freude darüber überhaupt lebend wieder angekommen zu sein. Wir fahren raus auf die richtige Strasse, beseitigen das Chaos, bringen die Inneneinrichtung wieder an ihren Platz und lachen sogar wieder. Vielleicht bin ich ja ein beschissener Fahrer oder der Camper einfach nicht für solche Strassen geeignet aber von diesem Höllentrip kann ich jedem nur abraten.

Mit einem ziemlich komischem Gefühl fahren wir auf befestigten Strassen zum nächsten Strandparkplatz, finden sogar einen mit Klo und Dusche und gehen nach halb gekochten Nudeln schlafen. Jenny schläft sofort ein während ich die ersten Zeilen schreibe.

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YAY, wir sind Touristen!
2008.03.16
Wir sind nach einer erholsamen Nacht eine Gehminute vom Calalla Beach entfernt. Die Strände die wir bis jetzt gesehen haben waren alle sauber, frei von Algen und Quallen und sonstigem Scheiss. Aber dieser hier scheint - auch im späteren Rückblick - perfekt. Der Sand ist weiss, es gibt kaum Wellen, das Wasser leuchtet türkis und erlaubt einen glasklaren Blick auf den Boden. Ausnahmsweise bleiben wir ein paar Stunden in der Sonne. Später nutzen wir die ersehnte Dusche um uns zu rasieren und Klamotten zu waschen.

Der Schrecken von unserer Achterbahnfahrt gestern ist verflogen und wir fahren weiter richtung Ulladulla. Dort gammeln und frieren wir ein paar Stunden im eiskalt klimatisierten McDonalds um unsere Geräte aufzuladen und schauen dabei das Camcorder Video von Bangkok und Australien an. Schon schön was wir bis jetzt so erlebt haben. Wenn ich länger auf Reisen bin und jeden Tag was neues erlebe, tendiere ich dazu bestimmte Sachen einfach zu vergessen. Dann ist es echt toll wenn man sich durch ein Video bestimmte Situationen wieder ins Gedächtnis rufen kann. Als alle Geräte halbwegs aufgeladen sind setzen wir unsere Reise zum Leuchtturm von Ulladulla fort. Diesmal auf befestigten Strassen =) Besonders schön ist der Turm zwar nicht, da er mit Grafitti besprüht ist doch für ein Video mit uns auf dem Camperdach vor dem Leuchtturm eignet er sich perfekt. Die Wicked Camper sind alle mit bunten Motiven angesprayt und schon von weitem zu erkennen. Auf dem Rückweg treffen wir zum ersten mal auf einen anderen bunt angesprühten Wicked Campervan. Ich drücke auf die Hupe, jubele den anderen zu und freue mich als sie unseren euphorischen Gruss erwiedern.

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Habichte, Habichte!
Wir fahren weiter auf dem Princess Highway richtung Süden und kommen an einem abgebrannten Waldstück vorbei das immer noch qualmt. Direkt neben der Strasse. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Leider rasen wir viel zu schnell an den schwarzen, toten Baumstämmen vorbei. Eine gute Stunde später erreichen wir Batemans Bay. Dort will ich eigentlich ins Internetcafe doch da es Sonntags ist, hat es einfach geschlossen. Frechheit. Allerdings bekommen wir kurz vor Ladenschluss im Aldi noch ein paar Liter Wasser.

Wir suchen uns wieder einen schönen Parkplatz am Strand, doch diesmal ist das schwimmen dort verboten. Da wir auch zu faul zum Kochen sind ernähren wir uns von gesunden Schoko-Cookies und schauen uns zusammen mit unseren Freunden den Habichten den Sonnenuntergang an. Jenny meint ich würde mit den Habichten mehr reden als mit ihr. Den restlichen Abend verbringen wir mit Uno spielen und auf dem Spielplatz. Spielplätze sind hier alle ausserordentlich toll. Es gibt Klettergerüste, Rutschen, Karusells immer in einem Thema verpackt. Ob Piratenboot oder Spinnenhaus. Für jeden ist was dabei.

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Gladiator
2008.03.17
Auf den wirklich hilfreichen Lonely Planet Karten sind zum Glück auch Internet Cafes eingezeichnet. Also gehe ich endlich wieder Online und erledige meine Arbeit während Jenny frische Milch für Cornflakes kauft. Die kleinste Menge Milch ist ein Liter und gibts nur bei Coles, nicht bei Aldi.

Auf dem Weg zur Hauptstadt Canberra kommen wir an einer Roadwork-Stelle vorbei wo uns ein Escort-vehicle durch den Baustellenbereich führt. Wir fahren brav hinterher und kommen wieder durch ein Waldgebiet welches toll aussieht und ausserdem Schatten spendet. In nem McDonalds verrichten wir wieder unsere nötigsten Bedürfnisse wie Camcorder aufladen =) Erwartungslos in Canberra angekommen besichtigen wir das Parliament house. Im ersten Moment kam es mir ein bisschen langweilig vor aber als wir dann erst einmal drin waren und an so einer politischen Sitzung teilhaben durften fand ich es eigentlich ganz interessant. Das Gelände ist weiträumig und modern. Wir umrunden es einmal in der Mittagssonne und flüchten schnell wieder ins Parkhaus.

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Parliament House
Wir fahren fast den kompletten Kartenausschnitt ab und stellen fest, dass Canberra sonst nicht viel zu bieten hat. Wir suchen verzweifelt nach nem kostenlosen Parkplatz am See doch befürchten dass wir in Stadtnähe nachts von Kontrollen verscheucht werden. Wie so oft stehen überall schilder die das schlafen im Auto ausdrücklich verbieten. Überhaupt wirkt Canberra wie ein einziger riesiger kostenpflichtiger Parkplatz. Ein paar kilometer weiter westlich, ausserhalb unseres Kartenbereichs finden wir dann allerdings ein nettes Plätzchen am See und kochen uns dort zwischen tausenden von Viechern unsere Nudeln, welche uns diesmal besonders gut gelingen. Weht nur ein bisschen Wind fängt das Wasser über der Gasflamme nicht richtig zu kochen an und alles wird matschig.

Den restlichen Abend beobachten wir den Sonnenuntergang und spielen Uno. Meistens sind wir dabei mit Goon oder Bier auf den gemütlichen Matratzen im Camper denn draussen warten die freundlichen Moskitos. Jedoch müssen wir vorm schlafen doch fast immer noch zornig ein paar von den Mistviechern töten. Haben sie erstmal Blut gesaugt sind sie träge und zerplatzen besonders romantisch an der Camperinnenwand.

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Frühstück am See
2008.03.18
Mit den letzten Tropfen Benzin erreichen wir die Tanke im Zentrum von Canberra. Benzin ist relativ günstig jedoch ausserhalb der Städte bis zu 10 Cent teurer. Da es wohl sonst weiter nix zu sehen gibt Frühstücken wir Kellogs mit den Habichten am See und fahren wieder zurück nach Batemans Bay an die Küste. Meiner Meinung nach hat sich der Ausflug ins Landesinnere nicht so sehr gelohnt. Jeder den wir getroffen haben hat uns von Canberra abgeraten aber wir musstens wohl unbedingt selbst rausfinden. Die Landschaft auf dem Weg war zwar spektakulär aber Canberra an sich nicht wirklich interessant. Aber ich bin auch nicht wirklich interessiert an Museen und Politik.

Zurück in Batemans Bay decken wir uns erstmal mit Eiswürfeln und Essen ein und fahren weiter nach Malua Bay. Warum haben Orte in Deutschland nicht solche Namen? Dort finden wir wieder einen traumhaften Parkplatz direkt am Meer. Meistens sind diese schönen Plätze nicht einmal schwer zu finden. Es gibt Duschen, Toiletten, BBQ-Grills und überdachte Tische. Alles mit Blick auf Strand und Meer versteht sich. Wir grillen Zwiebeln und Würstchen und machen daraus Hot-Dogs. Kurz bevor ich platze nehme ich noch einen Schluck Goon, und vertreibe dann mit besonderem Spass die gierigen Seemöwen indem ich hinterherrenne und laut 'Habichteee! Habichtee!' rufe.

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Der Shot rockt
2008.03.19
Es ist zum ersten mal bewölkt seit ich in Australien angekommen bin. Wir Frühstücken Choco-Pillows mit teurem Mozarella und waschen unsere Klamotten unter der Dusche. Dann fahren wir nach Narooma und wandern den riesigen verlassenen Strand entlang. Aus dem Meer ragen riesige, orangene Felsformationen. Jenny sagt wenn man hier gewesen ist kann man sich einen teuren Ausflug zur berühmten Fraser Island sparen.

Hier verlassen wir den Princess Highway und fahren durch einen weiteren Nationalpark an Bergamui und Tathra vorbei. Beide Dörfer liegen direkt am Meer aber verbieten das schlafen aufm Parkplatz ausdrücklich. Also fahren wir weiter zum Tarua Beach und parken dort. Am Strand entdecken wir Delfine die im Meer schwimmen. Wegen dem kühlen Wetter besuchen wir sie allerdings nicht. Wir kochen Nudeln im schwarzen, verdreckten Topf auf dem BBQ-Grill und betrinken uns mit Goon. Meistens gehen wir aus Lichtmangel einfach mit der Sonne schlafen.

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Wasser bis an die Strasse
2008.03.20
In Merimbula wollen wir im McDonald mal wieder Strom klauen doch wir finden keine Steckdosen. Also fahren wir weiter und kommen nach Eden. Fischen ist hier in der Gegend wohl sehr populär. Ob am Strand, vom Boot oder von der Brücke - überall stehen Männer mit ihren Angeln. Inzwischen sind wir wohl genau zwischen Sydney und Melbourne und die Dörfer sind weder gross noch spektakulär. Historisch betrachtet gibt es hier wahrscheinlich einiges zu entdecken aber wir haben andere Interessen. Es ist immernoch bewölkt also sparen wir uns den Strand und fahren weiter über die Grenze von New South Wales nach Victoria. Der Highway führt ab jetzt nicht mehr am Meer entlang, was wegen dem Wetter nicht weiter schlimm ist. Fröhlich ziehe ich mal wieder eine lange Hose an.

Ohne ein Fahrzeug macht diese Reise kaum einen Sinn. Es gibt zwar in jeder Stadt einen Bus der einen weiterbringt aber Spass macht das bestimmt nicht. Die Städte sind einfach zu klein. Das eigentlich schöne ist einfach an einem Strand oder einem Lookout mitten auf der Strecke anzuhalten. Wäre ich auf einen Bus angewiesen wäre ich wohl direkt ohne Zwischenstop nach Melbourne gefahren.

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Schöner Strand, gell?
Im Radio wird hier die meiste Zeit nur gelabert oder unerträgliche Musik gespielt. Wir haben zum Glück jede Menge CDs dabei. Nachdem ich schon seit Tagen wachsam aus dem Fenster spähte, habe ich heute endlich Känguruhs gesehen! Sie sind neben unserem Auto hergehoppelt. Die schönsten Dinge passieren immer wenn der Camcorder gerade in der Unordnung begraben ist. Nachdem sie uns kurz gewunken haben hoppeln sie wieder in den Wald zurück.

Wir parken am Betka Beach wo es einen BBQ, Tische und Klos gibt. Wir kaufen reich wie wir sind noch Bier und grillen Burger aus vorgeformten Hackfleisch-scheiben. Lecker Lecker - denken sich auch die Habichte und Elstern und versammeln sich mutig um unseren Tisch. Sie halten zwei Meter Sicherheitsabstand jedoch haben sie eine erstaunlich gute Taktik. So verteilen sie sich geschickt um uns herum, passen genau die paar Sekunden ab in denen wir beide nicht schauen und schnappen sich blitzschnell den guten Knoblauch von unserem Teller. Danach lassen wir unser Essen nicht mehr aus den Augen.

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Die faulen Schweine
2008.03.21
Eine freundliche Australierin riet uns zum nahegelegenen Gipsy Point zu fahren wenn wir Känguruhs sehen wollen. Und tatsächlich liegen sie dort auf einer Wiese nahe der Strasse faul in der Sonne. Eigentlich gibt es wohl überall ziemlich viele Kängurus, Jenny hat sogar schon eins überfahren. In unserem Camper klebt ein blutiger Sticker auf welchem 'Kangaroos - run the fuckers down' steht. Eigentlich werden Kängurus erst zur Abenddämmerung aktiv aber ich freue mich wie ein Schneekönig als ich die faulen Skyppies beobachte und wir fahren glücklich weiter nach Orbost. Der Highway führt nicht mehr sehr nah am Meer entlang also schlafen wir in Orbost einfach auf dem erstbesten Parkplatz. Die Stadt ist eine der hässlichsten und langweiligsten durch die wir bis jetzt gekommen sind. Viel gibts hier eh nicht zu sehen.

Ich liege im Camper und höre plötzlich eine Affenherde lärm machen. Doch es ist keine Affenherde sondern ein lachender Kookaburra (Vogel). Ein anderer bunter Wicked-Camper hält neben uns, da die beiden Holländer wegen den Ostertagen von einem anderen Parkplatz verscheucht wurden. Wir spielen zusammen Uno und betrinken uns später ein bisschen mit der örtlichen Dorfjugend. Die fragen sich was wir wohl an Orbost so toll finden, das wir hier übernachten - eigentlich nichts. Wir bringen ihnen alle möglichen deutschen Schimpfwörter bei und lassen uns dafür erzählen was die Jugend in Orbost so macht. Wie bei uns - nichts ausser trinken und Mädels flachlegen.

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Luxusknast =)
2008.03.22
Wir erreichen endlich wieder eine schöne Stadt am Meer - Lakes Entrance. Die Sonne scheint aber wir brauchen dringend Strom. Also bleiben wir ein paar Stunden beim McDonalds und laden alles auf.

Danach erkunden wir den Ninety Mile Beach. Zwischen dem Strand und der Stadt ist durch zwei Dünen getrennt ein See der mehr an einen Fluss erinnert. Eine Holzbrücke welche nur für Fussgänger zugänglich ist führt uns vorbei an einem Tretbootverleih und einem türkisenem Haus auf Beinen zu dem riesigen Strandareal. Leider ist es so windig das der Sand schmerzhaft gegen unsere Beine peitscht. Also verschieben wir den Strandtag mal wieder und gehen zu Woolworth (der in Victoria Safeway heisst) Reis und Sosse kaufen. Wir werden immer fauler 'Chriss, darf ich bitte zum Klo fahren' und verbringen den Abend dann doch ohne kochen mit Cheesecake und Goon im Camper.

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Man beachte den Hut =)
2008.03.23
Wir wachen ohne schattige Bäume mitten in der Sonne auf und fahren nach ner Schüssel Cornflakes weiter am McDonalds vorbei um faul ein Soft-Serve (Eis) am Drive-thru zu kaufen. Diesmal weht nur eine leichte Brise also gehen wir noch einmal zum Ninety Mile Beach und tauchen endlich in die Wellen die hoch über unseren Köpfen zusammenschlagen. Ich schwimme ein bisschen weiter und werde schnell von der starken Strömung davongetrieben. Hier gibt es zwischen dem Meer und dem Festland noch einen See hinter der Düne wo Leute Drachen steigen lassen oder Wasserski fahren. So einen 'überfüllten' Strand habe ich bis jetzt in Australien noch nicht gesehen.

Wir kommen wieder durch trockene, gelbe Gebiete bevor wir Bairnsdale erreichen. In einem Sumpfgebiet nur wenige Kilometer entfernt laufen wir knapp neben Seen und Sümpfen durch einen Park mit vielen Vogelarten. Flip Flops sind hier nicht zu empfehlen, wie meine blutigen Kratzer am Fuss beweisen. Trotz der schönen Landschaft und den zahlreichen Tieren bin ich schnell gelangweilt und wir kehren zurück zum Camper.

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Aldi war immer für uns da
Von Bairnsdale gibt es im Planet keine Karte aber die Karte die wir im Touristencenter bekommen haben verspricht uns einen tollen Picnic-park im Norden der Stadt. Dort treffen wir allerdings nur einen netten Australier der uns erzählt dass dieses Gebiet erst kürzlich meterhoch überschwemmt wurde und die Häuser hier umgesiedelt werden mussten. Enttäuscht fahren wir in den Osten der Stadt.

Hier gibt es neben Aldi, Coles und McDonalds auch einen tollen Spielplatz nahe dem Aboriginal Center. Wir rutschen fröhlich die 30 meter lange fantastische Wurmrutsche hinunter und fahren dann auf der spassigen Seilbahn über den Spielplatz. Auf einer gigantischen Hängebrücke hüpfe ich bis alles wackelt. Ausserdem gibts hier nen BBQ und public toilets. Was will man mehr? Nach einer Familienportion Reis gehen wir vom Goon bedudelt den Sonnenuntergang anschauen.

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Einsamer Baum
2008.03.24
Schon früh werden wir von spielenden Scheisskindern geweckt und machen uns nach ner Schüssel Cornflakes ab in den Süden. In einem Ort namens Sales machen wir einen kurzen zwischenstopp im Shopping Center zum Strom klauen. Hätten wir einfach mal genug Geduld um die Akkus vollständig aufladen zu lassen müssten wir das nicht dauernd machen.

Aber Australien ruft und wir folgen. Ich entferne einen geschmolzenen Osterhasen vom Amaturenbrett, justiere einen gelben Pappteller mit aufgemaltem Smiley an der Front von unserem Camper und die Reise geht los. Wir wollen wieder ans Meer und verlassen den Princess Highway zum ersten mal für mehr als eine Nacht um dem South Gippsland Highway an der Küste zu folgen.

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Regenbogen am Strand
Wir landen am McLoughlins Beach - einer kleinen Bucht mit vielen Fischerbooten welche ständig ins und aus dem Meer geladen werden. Auf den ersten Blick ziemlich langweilig. Wenn man jedoch über die Footbridge an den Fischern und riesigen braunen Vögeln vorbei auf die andere Seite des Sees geht, gelangt man auf einem sandigen Weg in ein dschungeliges Waldgebiet. Hier gibt es keine faulen Touris. Folgt man dem Trampelpfad vorbei an den gigantischen Ameisen erreicht man nach wenigen Minuten einen riesigen verlassenen Strand. Hier gibt es riesige Muscheln in allen Farben und Formen. Da ich meine Badehose nicht dabei hab und weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist gehe ich in Unterwäsche ins Meer und geniesse die erfrischung. Am Horizont steigt über dem Meer ein Regenbogen in den Himmel.

Unser Wasser verschwindet immer auf mysteriöse Weise aus dem Kanister also kochen wir Nudeln mit wertvollem Trinkwasser aus der Flasche im dreckigen Topf. Zufällig fällt am Abend der erste Regen seit Wochen und wir werden uns morgen früh gesammeltes Regenwasser an einer Station zapfen können. Normalerweise stehen an den typischen BBQ stellen auch Wasserhähne und Klos mit Duschen aber hier kommen wohl nicht so viele Touristen vorbei. Dafür können wir ungestört den Sonnenuntergang geniessen während der Regen auf unser Dach plätschert.

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Eins der seltenen Windräder
2008.03.25
Nach einer fast schlaflosen Nacht pusten wir mit Vollgas die scheiss Moskitos ausm Camper. Nachdem kein Regenwasser vorhanden war fahren wir mit ungeputzten Zähnen ohne Frühstück los. Der nächste grössere Punkt auf der Karte ist das historische Port Albert mit dem ältesten Hafen in der Gegend. Hier gibt es einen Parkplatz mit Wasser also spülen wir zwei Schüsseln ab und essen eine Menge Cornflakes. Beim Aldi kaufen wir 'Goldbären' welche ich glücklich in Massen verschlinge. Weiter gibt es nichts zu sehen und wir fahren mit kleineren Zwischenstopps nach Phillip Island.

Eine Brücke erhebt sich aus dem Meer und führt uns direkt auf die hundert Hektar grosse Insel. Ich denke kurz wir sind im Paradies und verbrauche die letzte Energie des Camcorders. Ärgerlich, denn es wird noch besser. Wir halten nach jeder Menge Palmen und türkisenen Häusern am mit Surfern gefüllten Smith Beach. Ich stürze mich in die türkisen Wellen und schwimme in dem klaren Wasser zwischen den knackigen Surfergirls hindurch. Ein Grossteil der Menschen hier haben ziemlich ansehnliche Körper. Das kann ich selbst ohne Brille erkennen =) Nachdem ich eine Weile gegen die auf mich einbrechenden Wellen gekämpft habe lande ich zum trocknen erschöpft auf der türkisenen Decke. Nach einer säubernden Dusche erkunden wir den Norden der Insel.

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Phillip Island - viel zu kurz
In Cowes ist scheinbar das bunte Touristenzentrum. Wir kommen an Wasserrutschen, Minigolf, Surfläden, Bars und sogar der MotoGP Strecke vorbei bevor wir an einem BBQ Nudeln mit Brocoli, Würstchen und Sosse zubereiten. Gutes Victoria Bitter Bier leistet uns natürlich auch Gesellschaft. Hier scheint es besonders viele gierige Habichte zu geben aber wir lassen uns diesmal nix schnabulieren. Beim Essen bietet uns ein freundlicher Australier den Rest seiner riesigen Familienpackung Pommes an welche wir dankbar in uns hinein stopfen. Die Sonne taucht in spektakulären Farben hinter den Palmen ins Meer und wir beschliessen die vom Lonely Planet empfohlene Pinguin Parade zu besuchen. Zwischen den kleinen Touristenzentren durchqueren lange Strassen die grüne Insel. Lange begegnen wir keinem Auto und gönnen uns während der Fahrt ein Bierchen. Um so überraschter sind wir als plötzlich hinter einer Ecke hunderte von Autos und dutzende Reisebusse vor der Pinguin Parade parken. Der Eintritt soll 16 Dollar kosten und wir versuchen lieber vom nahegelegenen Flynn Beach aus ein paar Pinguine zu sehen. Jedoch gibt es hier ausser nem überraschenden Platzregen nicht viel zu erleben. Komplett durchnässt rennen wir im Regen durch den Sand.

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Melbourne, wir kommen!
2008.03.26
Wir frühstücken die übrigen ekligen Pommes und Nudeln. Ich würde mich gerne mal wieder komplett reinigen jedoch gibt es nur Duschen mit Touristen drumherum also bleibt die Badehose mal wieder an. Wir fahren unsere letzte Etappe nach Melbourne. Bunte Häuserfassaden kündigen an dass wir uns wieder einer Grossstadt nähern. Wir kommen in StKilda - einem Stadteil Melbournes am Meer - an und halten vor dem berühmten Luna Park. Ähnlich wie in Coney Island gibt es hier einen Rollercoaster und andere kleinere Rides auf dem hundert Jahre alten Areal am Meer. Leider nieselt es und wir verziehen uns in einen Starbucks um uns und unsere Geräte mit Energie zu versorgen.

Nach langer Parkplatzsuche parken wir mal wieder illegal am schiefen Strassenrand 10 Minuten von der Fitzroy Street entfernt. Entlang der Strasse reiht sich eine Bar an die andere. Wir entschliessen uns schliesslich für einen Pub und trinken beide ein Bier während die unbeachtete Liveband für uns spielt.

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Der Abend um StKilda
2008.03.27
Gleich morgens weist uns ein freundlicher Australier (ja sie sind alle freundlich) darauf hin das wir lieber schnell unsern Camper aus dem Weg räumen bevor das Kontrollfahrzeug kommt. Tatsächlich ist unsere Seite der Strasse wie leergefegt. Gestern Abend war hier jeder Zentimeter vollgeparkt. Und scheinbar darf man auf der einen Strassenseite Mittwochs und auf der anderen Donnerstags nicht parken. Kurz darauf taucht ein riesiges Strassenreinigungs-fahrzeug auf.

Nach insgesamt 2000 km fahrt durch die abwechslungsreichen Landschaften Australiens beenden wir unser Leben zwischen den Parkplätzen und geben den Camper in Melbourne zurück. Wir haben nur 320 Dollar fuer Benzin ausgegeben und werden trotz dem absolut versifften Geschirr freundlich verabschiedet.

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Unser Riesenhostel mit Bar
Wir fahren mit Bus und Zug in die Stadtmitte aber stellen fest das dass empfohlene Hostel stolze 27 Dollar die Nacht kostet. Also schleppen wir unsere schweren Taschen quer durch Melbournes Strassen um ein Bett zu finden das günstig und frei ist. Als wir nach drei weiteren Hostels schon aufgeben wollen kommen wir in der Flinders Lane an einem türkisenem Hostel-Hochhaus mit elf Stockwerken vorbei. Da es hier keine zwei Betten mehr für uns gibt bezahlen wir nur eins und schmuggeln mich später mit rein. Die Rezeption ist im dritten Stock also kann ich mit dem Aufzug unerkannt ins Zimmer gelangen.

Man bekommt hier eine Magnetkarte welche den Aufzug und alle möglichen Türen freigibt. Wir wollen duschen und stellen fest das Jennys Karte das Männerklo nicht öffnen will. Also dusche ich bei den Mädels. Nach zwei Wochen im Camper kommt mir warmes Wasser, saubere Böden und ein bisschen Privatssphäre wie purer Luxus vor.

Wir erkunden danach die riesige Küche mit drei Kochtischen, Mikrowelle, Toastanlagen und jeder Menge Geschirr. Überall bereiten sich hungrige Backpacker aufwändige Gerichte zu. Wir machen den restlichen Reis und schauen im Essbereich wie gebannt auf einen der zwei Fernseher. Auf der gegenüberliegenden Seite des Stockwerks gibt es viele Couches und zwei riesige Breitbildfernseher mit DVD-Playern. Ausserdem eine Tischtennisplatte und verschiedene Spielautomaten. Internet und Telefon ist natürlich auch vorhanden.

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Federation Square
Doch wir wollen jetzt endlich Melbourne ohne Taschenschleppen sehen und machen uns auf den Weg richtung Federation Square. Wir entdecken direkt neben dem Hostel McDonalds, Subway, Coles und sonst alles was man sich wünschen kann. Die Häuserfassaden sind bunt und die Strassen voll. Der Federation Square besteht hauptsächlich aus Gebäuden welche kunstvoll mit schiefen Fassadenelementen dekoriert sind. Direkt gegenüber ist die hektische Flinders Station und wir beschliessen lieber mit der kostenlosen Circle Tram welche den inneren Stadtkern einmal umrundet erst einmal einen Überblick zu gewinnen.

Melbourne ist eine sehr kunstvolle Stadt. An jeder Ecke hat irgendein Designer zugeschlagen und die Stelle mit einem abstrakten Bauwerk verschönert. Die Strassen sind sauber und kreuzen in 90 Grad-Winkeln. Hier lohnt es sich sicher jede einmal entlangzugehen. Die Tram bringt uns vorbei an riesigen Museumsbauten, Parks und dem Stadion.

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Kostenlose City Circle Tram
Nachdem wir die Innenstadt umrundet haben machen wir einen Spaziergang vom Federation Square richtung Süden über die Princess Bridge in einen der Parks. Der Park sieht im Gegensatz zu dem in Sydney ziemlich europäisch aus und wir fühlen uns eher zu den Hochhäusern in Southbank hingezogen. Die Frauen sind modisch bis peinlich gekleidet und scheinen nichts anderes zu tun als zu shoppen und in Cafes zu sitzen.

Abends gehen wir in die vom Hostel beworbene Bar im zweiten Stock und trinken dort zwei Jug Bier für 15 Dollar. Das sind ca zwei Liter für neun Euro. Ziemlich günstig für australische Verhältnisse. Ausserdem gibt es free BBQ woran ich mir gierig wie ich bin erstmal den Mund verbrenne. Ein DJ spielt mittelmässig gute Tracks und wir gehen sogar mal tanzen.

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Küche und Speisesaal
2008.03.28
Nach dem free Breakfast im Hostel mit Cornflakes und Toastbrot gehen wir am Federation Square ins Australian Center for the Moving Image (ACMI) weil dort angeblich eine Pixar Ausstellung sein sollte, jedoch gibt es schon eine neue von Nintendo in welcher man die Spiele von 1960 bis heute spielen kann. Wir gehen erstmal vorbei springen wie Mario und machen Unfug bevor wir wieder in die antike City Circle Tram steigen.

Am Parliament House steigen wir aus und erkunden das bunte Chinatown. Wie so üblich reihen sich enge Strassen mit bunten Häusern und typisch asiatischer Einrichtung aneinander. Wir kaufen günstig Backwaren mit Chilli-Würstchen drin und kommen schneller als geplant wieder aus Chinatown heraus.

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Tanzen am Queen Victoria Market
Wieder lassen wir uns von der kostenlosen Tram weitertranportieren und schlendern durch den Queen Victoria Market. Hier kann man von gefakten Kleidungsstücken, sinnlosen Souveniers, hässlichen Porträts und frischem Essen jede Menge erstehen. Ein paar mexikanische Strassenmusiker bringen die Passanten zum tanzen und auch wir geniessen die schöne Atmosphäre in der Sonne.

Bei unserer Ankunft hatten wir wegen den schweren Taschen keine Lust die viel versprechende Central Station zu besichtigen. Doch jetzt haben wir Zeit und bestaunen die moderne Glaskuppel welche um und über ein altes Fabrikgebäude gebaut wurde. Auf etlichen Etagen gibt es jede menge Shops, Foodcourts, Kinos und natürlich auch Züge. Die Architektur ist schlicht aber schön. In Melbourne ist alles ziemlich stylisch. Wir kaufen gebratene Nudeln und essen sie auf einem riesigen Schlafsofa mitten im Bahnhof auf welchem wir danach auch gleich ein Nickerchen machen.

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Die Libraryl
Über die für Autos gesperrte Swanston Road kommen wir vorbei an der Library und anderen tollen Gebäuden wieder zurück zum Hostel. Wir bereiten uns Sandwiches mit Rührei, Käse und Salat zu, denn wir wolllen heute Abend statt teurem Essen lieber ins Casino. Am Fluss entlang jage ich fröhlich die Habichte an etlichen meterhohen Kunstwerken vorbei bis zum schief gebauten Melbourne Exhibition Center. Dort liegt auch die Polly Woodside - ein riesiges Segelschiff vor Anker.

Nach dem Sonnenuntergang zieht es uns zu den bunten Lichtern des riesigen Crown Casinos. Überwältigt von den unzähligen Spielautomaten, verlieren wir in den unübersichtlichen Gängen schnell die Orientierung. Wir kennen beide kaum Regeln und stellen fest dass wir mit unserem Limit von 20 Dollars nicht viel machen können. Roulette hat nen Mindesteinsatz von 2,50 und wir wolllten eigentlich ein bisschen länger als 10 Minuten bleiben. Also beschränken wir uns auf die Spielautomaten an welchen man für einen Dollar 50 Spielzüge bekommt. Wir lesen uns die Regeln durch und fangen an zu zocken. Die 50 Credits sind schnell weg da man mit zusätzlichen Credits die Option auf einen wahrscheinlicheren Gewinn erkaufen kann. Gewinnt man mit einer Kombination aus Symbolen ein paar Cents kann man diese noch durch eine 1:1 Chance verdoppeln. Die statistische Gewinnchance liegt bei 88%.

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Meine Freunde
Wir wechseln uns immer ab wenn der eine Dollar verspielt ist und wechseln auch immer den Automaten da das Spiel in etlichen Variationen angeboten wird. An einem Automaten mit Schildkröten und Schatztruhen machen wir zum ersten mal Gewinn. Der Automat schaltet in einen Bonus-Modus, spielt 12 Freispiele alleine und spuckt kurz darauf 6 Dollar aus, welche wir mit einem fetten Grinsen in unsere Geldbeutel stecken. Die 20 Dollar mit denen wir spielen tragen wir in 1-Dollar Münzen in einem goldenen Becher mit uns rum.

Beflügelt vom Gewinn zocken wir drei Stunden fröhlich weiter und lassen uns die weiteren Gewinne immer auszahlen nachdem sie über zwei Dollar hoch sind. Am Ende kommen wir mit 16 Dollar wieder aus dem Casino heraus, haben also insgesamt 4 Dollar ausgegeben. Wenn man sich überlegt was für einen Spass wir hatten, hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt.

Allerdings sehen wir auch viele Leute die unglaubliche Mengen in die 'teuren' Automaten stecken und wie wild zocken. Manchmal ertönt ein lauter Glücksschrei von einem der Karten oder Roulette-Tische. Das klimpern und klappern von umherfallenden Münzen ist fast ununterbrochen zu hören. Besonders interessant finde ich eine Säule mit dem Umfang eines fetten Mannes und der Höhe eines Fussballtors welche komplett mit 1-Dollar Münzen gefüllt ist. Genau eine Million Münzen sind dort angeblich drin. Wenn man das so vor sich sieht kriegt man erstmal eine Vorstellung davon wie unglaublich viel eine Million eigentlich ist.

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Yarra River in bunt
Über den bunt beleuchteten Yarra River gehen wir zurück zum Hostel wo schon die erste böse Überraschung auf uns wartet. Vor der Tür steht heute ein Security der nur Leute mit Karte hineinlässt. Da ich ja bei Jenny im Bett penne habe ich keine und er schickt mich wieder weg. Ziemlich blöd. Doch als Jenny drinnen eine weitere Karte organisieren will, lässt er mich gnädig doch hinein. Gerade mache ich es mir auf dem Bett gemütlich als die Tür aufgeht und eine Hostelfrau fragt ob ich denn wüsste dass dies ein Female Dorm sei. Ich stelle mich dumm und sie bietet freundlich an uns beide in einen mixed Dorm zu verfrachten. So muss ich zwar zahlen aber ich hatte schon mit einem Rausschmiss gerechnet. Immerhin haben wir uns eine Nacht gespart.

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Mario Kart bei Regen
2008.03.29
Jenny steht zum Frühstücken mal kurz auf während ich liegen bleibe. Gegen 12 schaff ichs dann auch auf die Beine und wir gehen in den vor Regen geschützten Galactic Circus im Crown Building. Eine riesiege Spielhalle mit modernen Automaten und Simulatorrides. Fasziniert entdecke ich tausende von möglichkeiten mein Geld auszugeben. Jedoch wollen wir unser Geld lieber in eine Zockflatrate in der Game On Ausstellung investieren.

Nachdem wir im Hostel ein fettes Abendessen gekocht und verschlungen haben, fangen wir an uns mit unseren lustigen Zimmergenossen zu betrinken. Vom Hostel haben wir uns ein guten Elektro-Club empfehlen lassen und machen uns zum ersten mal auf den Weg ins Melbourner Nachtleben. Nachdem wir zweimal an der kleinen Seitenstrasse vorbeigelaufen sind stellen wir uns in der Schlange vorm 'Bubble' an. Unsere Ausweise werden eingescannt bevor wir am Ticketoffice feststellen dass der Eintritt 18 Dollar kosten würde. Zum Glück haben wir vorher schon von den freundlichen Australiern zweimal den Tipp bekommen im 'Croft' vorbeizuschauen.

Also laufen wir nach Chinatown und finden in einer gruseligen Seitenstrasse verdeckt von einem Schuttcontainer ein kleines Schild mit Hinweis auf die Bar. Also wagen wir uns rein in die Gasse, vorbei an den Müllbergen und sind ganz allein ohne Blick auf die Strasse. Perfekter Ort für einen Überfall. Doch nach der nächsten Ecke ist am Ende der Sackgasse helles Licht und ein Türsteher. Wir zahlen fünf Dollar und dürfen hinein. Die Bar ist bis ins letzte Detail wie ein Chemielabor eingerichtet. Überall stehen blau und türkis angeleuchtete Reagenzgläser, Destillierkolben und Werkbänke. Wirklich aussergewöhnlich ist auch die riesige Cocktailkarte welche wir jedoch nur kurz studieren da die Preise zwischen 12 und 18 Dollar pro Glas stehen. Glücklicherweise gibt es noch zwei weitere Stockwerke in denen es nicht ganz so voll ist. Im dritten Stock wird Drum n Bass gespielt und die jungen Leute tanzen wie auf Speed durch den raum. Für fünf Dollar die Flasche bekommen wie Tooheys Extra Dry und setzen uns auf die Konstruktion von welcher man den Dancefloor überblicken kann. Wir lassen uns vom Bass den Rücken massieren und würden auch länger bleiben wenn uns die monotone Musik nicht nerven würde. Wir torkeln zurück ins Hostel und schlafen schnell ein.

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Luna Park, Luna Park!
2008.03.30
Letzer Tag des Urlaubs. Insgesamt habe ich in Australien 764 Euro ausgegeben – eine stolze Summe. Hätte mich Jenny nicht manchmal zurückgehalten wäre es sicher mehr geworden. Die Stimmung ist beschissen also beschliessen wir trotz wolkigem Himmel nach St Kilda ans Meer zu fahren. Doch am Federation Square bestaunen wir eine lustige Show mit artistischen Einlagen. In Melbourne ist Comedy Festival und überall gibt es kostenloses Entertainment.

In St Kilda sitzen wir immer noch leicht verkatert ein letztes mal mit den Habichten am Strand bevor wir durch das lachende Gesicht in den Luna Park gehen, Zuckerwatte essen und einen Ride fahren. Nach einem tränenreichen Abschied steige ich ohne Jenny in den Skybus um zum Flughafen zu fahren. Der schlimmste Teil vom Urlaub ist wohl immer das Ende.

In Deutschland ist es kalt und ich friere den ganzen Heimweg. Nach insgesamt 38 Stunden Reisezeit komme ich erschöpft in München an, packe einen Karton und ziehe mit dem Zug nach Karlsruhe um, damit ich pünktlich meinen Zivildienst beginnen kann. In Gedanken bin ich allerdings noch weit entfernt und jage Habichte über den sonnigen Sandstrand.

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Nächstes Kapitel: 2009

 

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